vhs.wissen live – das digitale Wissenschaftsprogramm der vhs Bad Reichenhall
Digitale Medien durchdringen mittlerweile praktisch alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft und prägen zunehmend unseren privaten und beruflichen Alltag. Medienkompetenz, d.h. die Fähigkeit zum sicheren Umgang mit digitalen Medien und zur kritischen Reflexion ihrer Nutzung, ist zu einer wesentlichen Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe geworden. Auftrag und Anspruch der Volkshochschulen ist es,
allen Menschen die Chance auf Teilhabe und aktive Mitgestaltung des gesellschaftlichen Wandels zu ermöglichen und Lernende dabei zu unterstützen, sich Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und neuen Technologien anzueignen.
So funktioniert vhs.wissen live
• Alle Veranstaltungen werden LIVE GESTREAMT
• Live-Chat bietet die Möglichkeit, sich nach dem Vortrag aktiv an der Diskussion zu beteiligen
• Nach Registrierung bei der vhs Bad Reichenhall erhalten Sie den Link zu den Livestreams
• Registrierung online unter www.vhs-reichenhall.de
Wir machen uns auf eine Rundreise durch die Eurolinguistik, jene Wissenschaft, die nach den Gemeinsamkeiten unter den Sprachen Europas sucht. Wir durchstreifen die Gebiete Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Schreibung und Kommunikationsgepflogenheiten. Wie drückt sich die europäische Sichtweise im Wortschatz aus? Aus welchen Sprachen haben die Europäer gerne Wörter übernommen? Welche typischen Grammatik-, Aussprache- und Schreibkonventionen gibt es? Welche Gepflogenheiten gibt es beim Austausch miteinander? Und: auf welche Kuriositäten stoßen wir? Joachim Grzega ist einer der führenden Eurolinguisten. Er leitet an der VHS Donauwörth den Projektbereich “Innovative Europäische Sprachlehre (InES)” und lehrt an der Universität Eichstätt.
Prag, die Hauptstadt Böhmens, war um 1900 durchaus nicht das gemütliche k.u.k.-Reservat, das sich heutige Touristen gerne vorstellen. Die Stadt war geprägt von sich zuspitzenden nationalen Gegensätzen zwischen Tschechen und Deutschen, was vor allem die jüdische Bevölkerung in eine prekäre Lage versetzte. Aber auch das Tempo, mit dem eine Vielzahl technischer Innovationen innerhalb weniger Jahre durchgesetzt wurde, ließ bei vielen Bewohnern das Gefühl aufkommen, am Ende einer Epoche zu stehen. Sehr genau registrierte Kafka die unheimliche Faszination dieser Herausforderung: Telefone, Diktiergeräte, nächtlich beleuchtete Straßen, elektrische Trams und nicht zuletzt Kinos veränderten auch seinen Alltag. Dr. Reiner Stach studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Mathematik. 1987 erschien seine Monographie ›Kafkas erotischer Mythos‹. 1999 gestaltete Stach die Ausstellung ›Kafkas Braut‹, in der er den Nachlass Felice Bauers präsentierte, den er in den USA entdeckt hatte. 2002 und 2008 erschienen die ersten beiden Bände der hochgelobten dreiteiligen Kafka-Biographie. 2008 wurde Reiner Stach für ›Kafka: Die Jahre der Erkenntnis‹ mit dem Sonderpreis zum Heimito-von-Doderer-Literaturpreis ausgezeichnet. Für sein herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biographik erhielt er 2016 den Joseph-Breitbach-Preis.
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Großen kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet. Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden, so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können. Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben. Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt. Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn. So, 19.30-21.00 Uhr, 10.01. Im Internet von überall aus teilnehmen Prof. Dr. Sabine Feist kostenfrei
Die Astronomie gehört zu den schönsten Wissenschaften überhaupt, weil wir mit ihr faszinierende und atemberaubend ästhetische Aufnahmen gewinnen. Einen großen Anteil daran haben Weltraumteleskope wie Hubble oder neuerdings James Webb. Doch auch andere Instrumente und Methoden der Astrophysik liefern Bilder, die einen große Reiz ausüben. Dr. Andreas Müller entführt sein Publikum in die Magie der astronomischen Aufnahmen und tritt den Beweis an: Die Schönheit der Bilder wird noch tiefer empfunden, wenn man sie mit etwas mehr wissenschaftlichem Hintergrundwissen betrachtet. Andreas Müller ist Astrophysiker und Chefredakteur von „Sterne und Weltraum“. Mi, 19.30-21.00 Uhr, 13.01. Im Internet von überall aus teilnehmen Dr. Andreas Müller kostenfrei
Im ersten Teil wird die Grundnorm der seit 1945 geltenden Völkerrechtsordnung, das Verbot der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen, vor ihrem historischen Hintergrund und in ihrem heute maßgeblichen systematischen Zusammenhang entfaltet. Im zweiten Teil werden die aktuellen politischen Herausforderungen des Völkerrechts der Friedenssicherung und dessen denkbare Zukunftsperspektiven in den Blick genommen. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur Diskussion. Claus Kreß ist Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität zu Köln. 2019 wurde er zum Richter ad hoc am Internationalen Gerichtshof in Den Haag ernannt. Seit 2021 ist er Sonderberater des Anklägers des Internationalen Strafgerichtshofs zum Verbrechen der Aggression. Er ist Mitglied der Leopoldina und Life Member des Clare Hall College der Universität Cambridge. Mi, 19.30-21.00 Uhr, 20.01. Im Internet von überall aus teilnehmen Prof. Dr. Dr. Claus Kreß kostenfrei
Auf welche Weltordnung steuern wir zu? Die liberale Demokratie steckt in der Krise, nach einer langen Phase der Demokratisierung sind wir wieder in einer Welt der Macht angelangt, bedingt vor allem durch autoritäre Bewegungen, technologischen Wandel, Neoliberalismus und Identitätspolitik. Mit seinen Gedanken zur Lage der Welt zeigt Francis Fukuyama, warum das freiheitliche Denken für die westlichen Gesellschaften im 21. Jahrhundert alternativlos ist. Vor allem aber macht er deutlich, warum wir für die Freiheit kämpfen müssen, wollen wir ihr Überleben sichern und das Risiko einer autoritären Weltordnung eindämmen. Francis Fukuyama studierte Politikwissenschaft in Harvard. Sein 1992 veröffentlichter Bestseller Das Ende der Geschichte machte ihn international bekannt. Derzeit ist er Professor für Politikwissenschaft an der Stanford-Universität. Simon Strauß ist Journalist, Theaterkritiker und Schriftsteller. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schöne Künste. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt Mo, 19.30-21.00 Uhr, 08.02. Im Internet von überall aus teilnehmen Prof. Dr. Francis Fukuyama kostenfrei
Dreihundert deutsche Männer, schrieb Walther Rathenau zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bestimmten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents. Er meinte das enge Geflecht aus Bankiers, Industriekapitänen und Lobbyisten, das sich mit dem Aufstieg von Firmen wie der Allianz, Krupp oder Siemens herausgebildet hatte. Man kannte einander, man sprach miteinander – und man sprach sich ab. Bis in die 1990er Jahre prägte dieses Netzwerk namens „Deutschland AG“ die Politik und die Unternehmenskultur in der Bundesrepublik. Wie dreihundert Männer Deutschland und seine Wirtschaft von der Start-up-Nation Kaiserreich bis in die krisengebeutelte Gegenwart prägten und wie der Aufstieg der Deutschland AG bis zum ihrem Niedergang verlief, ist Thema dieses Vortrages. Konstantin Richter ist Autor und Journalist. Er hat regelmäßig für deutsch- und englischsprachige Medien wie The Wall Street Journal, The Guardian, The New York Times oder Die Zeit geschrieben. Sein Buch „Dreihundert Männer: Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ erschien bei Suhrkamp und wurde 2026 mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels statt. Mi, 19.30-21.00 Uhr, 10.02. Im Internet von überall aus teilnehmen Konstantin Richter kostenfrei
Wasser ist die Grundlage unseres Lebens. Doch weltweit wird es knapper, ungleicher verteilt und zunehmend zum Krisenfaktor. Mojib Latif, einer der bekanntesten Klimaforscher Deutschlands und zeigt in diesem eindringlichen und zugleich klar verständlichen Vortrag warum die Zukunft des Wassers untrennbar mit der Zukunft unserer Gesellschaft verknüpft ist. Latif erklärt, wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und unser Umgang mit Ressourcen zusammenwirken. Und er macht deutlich, weshalb sich die Folgen längst konkret bemerkbar machen: in Form von Dürren, Extremwetter und wachsenden Nutzungskonflikten. Dabei gelingt es ihm, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge so aufzubereiten, dass sie auch für Nicht-Experten nachvollziehbar werden. Mojib Latif ist Professor am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, wo er den Forschungsbereich Maritime Meteorologie leitet. Seit 2017 ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME. Zu seinen Forschungsgebieten zählen u.a. die anthropogenen Einflüsse auf das Klima. So, 19.30-21.00 Uhr, 28.02. Im Internet von überall aus teilnehmen Prof. Dr. Mojib Latif kostenfrei
