Wie gestaltet sich kollektives Erinnern nach unvorstellbarer Gewalt? In seinem Vortrag gibt Politikwissenschaftler Professor Timothy Williams einen Einblick in die Erinnerungspolitik nach den Völkermorden in Kambodscha (Rote Khmer 1975 – 1979), Ruanda (an den Tutsi 1994) und Indonesien (an den Kommunisten 1965/66). Williams vergleicht die Wege der Vergangenheitsaufarbeitung und beleuchtet, wie Erinnerung zu politischer Macht und gesellschaftlicher Legitimität beiträgt. Wer wird in der kollektiven Erinnerung als Opfer, Täter oder Held gesehen? Seine Ergebnisse hat Williams in dem Buch „Memory Politics after Mass Violence. Attributing Roles in the Memoryscape“ (Juni 2025) dargestellt. Sein Ansatz zeigt eindrucksvoll, wie individuelle und kollektive Erinnerungen nebeneinander existieren, miteinander konkurrieren und letztlich zur Bildung einer gemeinsamen „Erinnerungslandschaft“ verschmelzen, die politische Interessen im Jetzt stärkt. Diskutieren Sie mit – zu Fragen von Erinnerung, Verantwortung und politischer Einflussnahme auf den Blick zurück. In Kooperation mit der Universität der Bundeswehr München. Treffpunkt ist um 18:30 Uhr an der Universität der Bundeswehr (Details nach Anmeldung) für eine Präsenzteilnahme. Alternativ ist eine Online-Teilnahme im Livestream möglich. Anmeldeschluss: 15.05.2026
Wir leben in Zeiten der Entfernung. Die politischen Lager, die großen Machtblöcke der Welt, die Stadt vom Land – alles entfernt sich voneinander. Umso wichtiger wird der Blick aus der Nähe. Wo ist im Zeichen medial befeuerter Selbstgerechtigkeit noch Gemeinschaft möglich? Der Schriftsteller und Journalist Simon Strauß findet eine überraschende Antwort: in der Kleinstadt. Hier begegnen sich die Menschen als Gegenüber, hier müssen Konflikte ausgetragen und Kompromisse gefunden werden. Hier lernt man die Demokratie noch einmal neu kennen. Simon Strauß studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge. Er ist Mitgründer der Gruppe „Arbeit an Europa". 2017 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Schriftsteller und Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Lange ging die historische Forschung von der These aus, indigene Hochkulturen hätte es vor der Ankunft der Europäer ausschließlich in Süd- und Mittelamerika gegeben. Demgegenüber seien nördlich des Rio Grande nur nomadisierende Sammler- und Jägerkulturen vorzufinden gewesen. Seit den 1990er Jahren hat die archäologische Forschung dieses einseitige und vorurteilsbeladene Bild gründlich revidiert. Nicht nur im Südwesten der heutigen USA fanden sich die Relikte fortgeschrittener Zivilisationen, die mit dem mesoamerikanischen Kulturraum eng verbunden gewesen waren, sondern auch östlich des Mississippi, wo zwischen 1050 und 1250 die Stadt Cahokia eine umfassende politische, militärische und religiöse Hegemonie ausübte. Diese erstreckte sich vom Mississippi bis an die Küste des Atlantiks und von den Großen Seen bis an den Golf von Mexiko. In diesem Vortrag soll die Geschichte von Aufstieg und Fall einer indianischen Großmacht vor Kolumbus nachgezeichnet werden. Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Die Liste bayerischer Ministerpräsidenten nach 1945 ist lang: Sie waren beliebt, unbeliebt, schillernd, verdienstvoll, umstritten, zum Teil auch skandalumwittert. Die Vortragsreihe skizziert die Biografien und das Wirken der bayerischen Ministerpräsidenten und der von ihnen geführten Regierungen im Zeitkontext. Alle Vorträge einzeln buchbar. Teil 1: Fritz Schäffer, Wilhelm Högner und Hans Ehard am 16.06.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (261-11502) Teil 2: Hanns Seidel und Alfons Goppel am 23.06.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11504) Teil 3: Franz Josef Strauß und Max Streibl am 30.06.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11506) Teil 4: Edmund Stoiber und Günther Beckstein am 07.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11508) Teil 5: Horst Seehofer und Markus Söder am 14.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11510)
„Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt“, schrieb Blaise Pascal bereits im 17. Jahrhundert. Die Wissenschaft scheute lange die „Herzensgründe“ oder auch Bauchentscheidungen wie der Teufel das Weihwasser. Aber: Gute Entscheidungen basieren oft auf einer unbewussten Intelligenz, die sehr schnell operiert und gerade in komplexen Situationen faszinierend einfach ist, sicher im Erkennen des Wesentlichen und logischen Abwägungen weit überlegen. Das heutige Wissen über das Bauchgefühl revolutioniert unser Bild vom menschlichen Verstand. In einer komplizierten Welt lehren uns Entscheidungen „aus dem Bauch“ die Lebenskunst, paradox formuliert, intuitiv zu wissen, was sich nicht zu wissen lohnt. Gerd Gigerenzer ist ein weltweit renommierter Psychologe, Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Er hat zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten, u.a. den AAAS Preis für den besten Artikel in den Verhaltenswissenschaften, den Communicator-Preis und den Deutschen Psychologie-Preis.
Die Liste bayerischer Ministerpräsidenten nach 1945 ist lang: Sie waren beliebt, unbeliebt, schillernd, verdienstvoll, umstritten, zum Teil auch skandalumwittert. Die Vortragsreihe skizziert die Biografien und das Wirken der bayerischen Ministerpräsidenten und der von ihnen geführten Regierungen im Zeitkontext. Alle Vorträge einzeln buchbar. Teil 2: Hanns Seidel und Alfons Goppel am 23.06.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11504) Teil 3: Franz Josef Strauß und Max Streibl am 30.06.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11506) Teil 4: Edmund Stoiber und Günther Beckstein am 07.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11508) Teil 5: Horst Seehofer und Markus Söder am 14.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11510)
Die industrielle Produktion ist das Rückgrat unseres Wohlstands – doch sie steht massiv unter Druck: Globale Konkurrenz, fragile Lieferketten, geopolitische Krisen und der Klimawandel fordern uns heraus. Die Frage ist nicht, ob wir unsere Produktion neu denken müssen, sondern wie schnell. Eine vernetzte Wertschöpfung im Sinne von Industrie 4.0 ist dabei weit mehr als Effizienzsteigerung: Sie ist der Schlüssel zu einer Produktion, die wettbewerbsfähig, resilient, nachhaltig – und damit zukunftsfähig ist. Björn Sautter wirft einen Blick in die Zukunft der industriellen Wertschöpfung. Er gibt Einblicke in strategische Überlegungen und Forschungsansätze, die den Weg in eine intelligente und nachhaltige Industrieproduktion in Deutschland weisen und unterfüttert diese mit anschaulichen Beispielen aus der industriellen Praxis. Björn Sautter ist Senior Expert Industrie 4.0 bei der Festo SE & Co. KG, einem der weltweit führenden deutschen Unternehmen für Automatisierungstechnik und technische Bildung. Er ist ebenso stellvertretender Industriesprecher des Forschungsbeirats Industrie 4.0. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.
Zwischen Christi und Maria Himmelfahrt liegen Pfingsten, Fronleichnam, Johannistag und Siebenschläfer. Wir tauchen ein in alte Bräuche: Bauernregeln, Sonnwendfeiern, Kräuterbuschen und Prozessionen. Dabei lernen wir die Heilige Kümmernis kennen und entdecken, was vom ländlichen Brauchtum in München lebendig geblieben ist.
Die Liste bayerischer Ministerpräsidenten nach 1945 ist lang: Sie waren beliebt, unbeliebt, schillernd, verdienstvoll, umstritten, zum Teil auch skandalumwittert. Die Vortragsreihe skizziert die Biografien und das Wirken der bayerischen Ministerpräsidenten und der von ihnen geführten Regierungen im Zeitkontext. Alle Vorträge einzeln buchbar. Teil 3: Franz Josef Strauß und Max Streibl am 30.06.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11506) Teil 4: Edmund Stoiber und Günther Beckstein am 07.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11508) Teil 5: Horst Seehofer und Markus Söder am 14.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11510)
Die Liste bayerischer Ministerpräsidenten nach 1945 ist lang: Sie waren beliebt, unbeliebt, schillernd, verdienstvoll, umstritten, zum Teil auch skandalumwittert. Die Vortragsreihe skizziert die Biografien und das Wirken der bayerischen Ministerpräsidenten und der von ihnen geführten Regierungen im Zeitkontext. Alle Vorträge einzeln buchbar. Teil 4: Edmund Stoiber und Günther Beckstein am 07.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11508) Teil 5: Horst Seehofer und Markus Söder am 14.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11510)
Die Liste bayerischer Ministerpräsidenten nach 1945 ist lang: Sie waren beliebt, unbeliebt, schillernd, verdienstvoll, umstritten, zum Teil auch skandalumwittert. Die Vortragsreihe skizziert die Biografien und das Wirken der bayerischen Ministerpräsidenten und der von ihnen geführten Regierungen im Zeitkontext. Alle Vorträge einzeln buchbar. Teil 5: Horst Seehofer und Markus Söder am 14.07.2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr (Kursnummer 261-11510)
Polieren Sie Ihr Wissen kurz vorm Wien-Start auf: Dass diese auf die Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. zurückgeht - eh klar! Aber wie kam es zum Pferderennen, was hat die Oide Wiesn damit zu tun? Erfahren Sie mehr über Zelte, Fahrgeschäfte und Traditionen! Damit Sie beim 1. Wiesnbesuch gscheit daher reden können!
Dirndl und Tracht sind für viele so typisch München wie Bier und Oktoberfest. Doch ursprünglich bedeutete Tracht nur „das, was getragen wird“. Wir entdecken, wie sich Dirndl und Lederhosn zur Volkstracht entwickelten, warum das Dirndl erst spät zur Wiesn-Bekleidung wurde und was die Schleifen über das Anbandeln verraten.
Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Große kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet. Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden, so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können. Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben. Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt. Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn.
