In der Geschichte der Herrscher im mittelalterlichen römisch-deutschen Reich kommt Kaiser Konrad II. (1024-1039) aus dem Haus der Salier eine besondere Bedeutung zu. Zum einem schaffte er es, nach dem dynastischen Einschnitt durch den Tod seines kinderlosen Vorgängers Heinrichs II. die eigene Herrschaft zu legitimieren, die sich vor allem auch in Form eines reibungslosen Übergangs der Königswürde an seinen Sohn Heinrich III. als äußerst zukunftsträchtig erweisen sollte. Zum anderen - und das kann als die wichtigste Tat gewertet werden - war er es, der die Herrschaft des römisch-deutschen Königs auch über Burgund begründete, so dass Konrad II. von der Nachwelt mit Fug und Recht als "Kaiser dreier Reich" (Deutschland- Italien-Burgund) bezeichnet wurde. Jörg Schwarz ist seit 2020 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Innsbruck. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters, insbesondere die Geschichte des römisch-deutschen Reiches, die Geschichte Englands, mittelalterliche Stadtgeschichte, Geschichte des Frühhumanismus und Geschichte der Geschichtsschreibung. Der Vortrag findet nur online statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach der Anmeldung.
Als Reiseziel besticht Georgien durch Berglandschaften, eine jahrtausendealte Weinkultur und herzliche Gastfreundschaft. Zugleich hat das Land zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaukasus - und damit zwischen Europa und Asien - eine lange Geschichte und sogar eine Schlüsselstellung in der Menschheitsgeschichte. Von hier stammen die ältesten Belege für die Präsenz des frühen Menschen in Eurasien in Gestalt der etwa 1,85 Millionen Jahre alten Homininenfunde von Dmanissi. Im goldreichen Kolchis im Nordwesten spielt sich die altgriechische Sage vom „Goldenen Vlies“ ab, und seit in Iberien im Südosten 337 das Christentum Staatsreligion wurde, prägt dieser Glaube das Land. Dies manifestiert sich in zahlreichen Klosterbauten, die teils bis ins 4. Jahrhundert zurückreichen, und in den fünf roten Kreuzen der Landesflagge. Der Vortrag schlägt einen Bogen von der Frühgeschichte bis heute und zeigt die kulturellen Besonderheiten Georgiens auf. Er wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.
Die Todesdrohungen des iranischen Revolutionsführers Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie 1989; der weltweite Protest gegen die Mohammed-Karikaturen der Zeitung Jyllands-Posten 2005; oder das Attentat auf die Redaktion der satirischen Zeitschrift Charlie Hebdo 2015 – in jüngerer Vergangenheit gab es einige globale Empörungswellen und Konflikte, in deren Zentrum angeblich gotteslästerliche Texte und Bilder standen. Die Geschichte der Blasphemie reicht allerdings viel weiter zurück, nämlich innerhalb des Christentums bis zum Gotteslästerungsverbot des alten Testaments. Der Vortrag verfolgt diese Geschichte von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Moderne und versucht aufzuzeigen, wo ihre Wendepunkte liegen. Zudem gibt er Hinweise auf die Beziehung zwischen Christen, Juden und Muslimen. Obwohl wir uns heute weit von einem älteren Verständnis der Blasphemie als Ehrverletzung Gottes entfernt haben, wird der Vorwurf der Herabwürdigung heiliger Dinge und Personen auch gegenwärtig immer wieder zur politischen Mobilisierung genutzt. Insofern erhellt die Geschichte der Blasphemie auch wesentliche gesellschaftliche Mechanismen der Gegenwart. Dr. Gerd Schwerhoff forscht als Seniorprofessor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der TU Dresden. Seine Bücher handeln von den Randfiguren der frühneuzeitlichen Gesellschaft - Kriminellen, Hexen oder Ketzern. Er veröffentlichte zuletzt u.a. "Verfluchte Götter. Die Geschichte der Blasphemie" (2021). Im Herbst 2024 erschien "Der Bauernkrieg. Geschichte einer wilden Handlung". Der Vortrag findet nur online statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung. Eine Kooperation mit der Gemeindebibliothek Ismaning.
Medizinische „Kunstfehler“ wurden im Alten Orient hart bestraft. Wenn ein Arzt etwa bei einer Star-Operation das Augenlicht des Patienten zerstört, soll ihm die Hand abgehackt werden, heißt es schon in der Gesetzessammlung der Königs Hammurabi um 1750 v. Chr. Dass trotz solch drakonischer Strafandrohungen überhaupt noch Ärzte praktizierten und das Gesundheitswesen sogar eine übergeordnete Rolle bei den Völkern des Alten Orients spielte, belegen Keilschrifttexte auf Tontafeln. Dabei erfährt man nicht nur viel über die damaligen Behandlungsmethoden, bei denen sich naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit magischen Praktiken vermischten, sondern auch etwas über die damals üblichen Honorarsätze. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.
1824 entschlüsselt Jean-Francois Champollion mit Hilfe des dreisprachigen „Steins von Rosetta“ die ägyptische Hieroglyphenschrift, die im Niltal rund 3500 Jahre in Gebrauch war und dabei natürlich auch Veränderungen und Weiterentwicklungen erfahren hat. Die Hieroglyphen, wörtlich das „Heilige Eingravierte“, galten vor ihrer Entzifferung zumeist als Bilderschrift. Die zuletzt rund 7000 figürlichen Darstellungen geben aber bestimmte Buchstaben, Silben und Wörter wieder, die oft nichts mit ihrem optischen Erscheinungsbild zu tun haben. Im Alltagsbereich wurden zudem die Zeichen auf Ostraka oder Papyri als Kursivschrift stark verkürzt verwendet. Der Vortrag gibt einen ersten Einblick in die Grundzüge und Besonderheiten der Hieroglyphenschrift, die damals nur von einer kleinen Gruppe von Schreibern und Priestern beherrscht wurde. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.
