Die neue digitale Veranstaltungsreihe, die zeigt, was hinter Schlagzeilen, Schlagworten und Phrasen steckt. Weche Ursachen habn globale Konflickte und welche Folgen resultieren aus politischen Entscheidungen?
Renommierte Referentinnen und Referenten erklären verständlich, fundiert und auf den Punkt genau. Sie liefern Hintergrüne, anlaysieren Zusammenhänge und helfen, Desinformationen zu entlarven.
Alle Veranstaltungen finden online statt, sind für Sie kostenlos, erfoerdern aber eine Anmeldung!
Wahlergebnisse und aktuelle Umfragen machen es sichtbar: Krisen verunsichern. Während das Vertrauen in die gemäßigten Parteien sinkt, erhalten antipluralistische Kräfte deutlichen Zulauf. Das ist nicht allein die Schuld der digitalen Netzwerke, aber diese erleichtern das Geschäft der Krisenprofiteure. Im Vortrag werden die Ursachen für den Vertrauensverlust analysiert und aufgezeigt, warum nicht nur die gemäßigten Parteien sowie die klassischen Medien, sondern immer mehr auch unser demokratischer Verfassungsstaat unter Druck geraten. Es geht um die Auswirkungen der sog. „Brandmauer“ und um die Frage, wie wir unseren demokratischen Verfassungsstaat vor einem Abgleiten in ein System des sog. „sanften Autoritarismus“ schützen können. Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing und (beurlaubte) Professorin für Politikwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München, ist einem breiteren Publikum als „Stammgast“ beim Sonntags-Stammtisch im Bayerischen Rundfunk bekannt.
Die brasilianische Regierung strebt eine Weltordnung an, die sich auf das Völkerrecht stützt und Multipolarität mit starkem Multilateralismus verbindet. Im Einklang damit verweigert sich das südamerikanische Land Blockbildungen, engagiert sich im System der Vereinten Nationen und beteiligt sich an minilateralen Foren wie BRICS+. Der Vortrag behandelt die Rolle dieser Staatengruppe in den internationalen Beziehungen Brasiliens sowie die Widersprüche und Herausforderungen, die sich aus den außenpolitischen Prioritäten des Landes in einer geopolitisierten Welt ergeben. Dr. Claudia Zilla ist Politikwissenschaftlerin und Senior Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), dem Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit in Berlin. Seit 2005 ist sie Mitglied der SWP-Forschungsgruppe Amerika, deren Leitung sie von 2012 bis 2019 innehatte. In den Jahren 2014/2015 war sie Fritz-Thyssen-Fellow am Weatherhead Center for International Affairs der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Sie studierte und promovierte an der Universität Heidelberg. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt regional auf Lateinamerika, insbesondere Südamerika, sowie auf den deutsch- bzw. europäisch-lateinamerikanischen Beziehungen.
Immer wieder gerät der Iran in die Schlagzeilen, durch sein Atomprogramm, die Unterstützung terroristischer Gruppen oder die gewaltsame Unterdrückung jeglichen Widerstands im eigenen Land – und in letzter Zeit auch durch kriegerische Auseinandersetzungen mit Israel und den USA. Dieser Vortrag konzentriert sich auf das politische und rechtliche System der Islamischen Republik und die Verletzung der Menschenrechte im Land sowie die Personengruppen, die besonders davon betroffen sind. Im besonderen Fokus: die Unterdrückung von Frauen und Minderheiten, politische Haft und Folter und die Anwendung der Todesstrafe. Der Referent, Dieter Karg, ist Sprecher der Iran-Koordinationsgruppe von Amnesty International Deutschland. Die Gruppe ist das Bindeglied zwischen Amnestys Ermittlungsabteilung in London und den lokalen Amnesty-Gruppen, unterstützt sie bei ihren Aktionen, leitet Informationen weiter und beantwortet Anfragen von Medien. Dieter Karg ist Lehrer und Übersetzer im Ruhestand, wohnt in Leipzig, ist verheiratet mit einer Iranerin und hat zwei Kinder.
Desinformation, also bewusst gestreute Falschbehauptungen, gibt es seit Beginn der Menschheitsgeschichte. In einer globalisierten und digitalisierten Welt erreichen die Quantität und die technischen Möglichkeiten aber ganz neue Level. Die rasanten Entwicklungen im Bereich der KI eröffnen nochmal ein weiteres Feld. In diesem Vortrag werden wir uns mit den verschiedenen Kategorien von Desinformation beschäftigen, zum Beispiel irreführende Kontexte oder KI-generiertes Bildmaterial. Außerdem klären wir, warum jeder von uns auf Falschbehauptungen hereinfällt und wie wir uns dagegen besser wappnen können. Verschiedene einfache Strategien und (digitale) Techniken, reichen aber schon in vielen Fällen aus, um Desinformation zu erkennen oder einzuordnen. Deswegen werden wir einige wichtige Medien- und Quellenkompetenzen besprechen. Fabian Dilger arbeite seit 2013 als Journalist im Online-, Print- und Audio-Bereich, speziell im Bereich Fact-Checking und Desinformation. Er ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule und arbeitet seit 2021 u.a. für das Fact-Checking Format des Bayerischen Rundfunks, den #Faktenfuchs. Für den Podcast „Der erste Tag der AfD" wurde er mit dem Otto-Brenner-Preis ausgezeichnet (Team-Auszeichnung). Als Trainer im Bereich Fact-Checking und Desinformation bildet er sowohl Schüler, Erwachsene als auch Journalisten selbst in diesem Bereich weiter. Er hält regelmäßig Vorträge, Workshops oder Kurse für die Erwachsenenbildung, den Schul- oder Universitätsunterricht oder die Lehrerfortbildung.
Die Ablehnung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden hat eine lange Geschichte. Und auch heute erleben Jüdinnen und Juden Hass und Gewalt. Im Vortrag sprechen wir über historische Formen des Antisemitismus, insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus, und das Fortleben antisemitischer Bilder und Vorurteile bis in die Gegenwart. Wir zeigen unterschiedliche Erscheinungsformen von Antisemitismus sowie israelbezogenen Antisemitismus und sprechen über seine gesellschaftlichen Funktionen und Wirkung auf Betroffene. Wir analysieren den antisemitischen Gehalt stereotyper judenfeindlicher Darstellungen und stellen die Frage, wie wir antisemitischen Äußerungen etwas entgegnen können. Helen Sophia Müller gestaltet das Seminar- und Rundgangsprogramm im NS-Dokumentationszentrums München. Zu ihren Schwerpunkten gehören zudem die Verknüpfung antisemitismus- und rassismuskritischer Ansätze in der Bildungsarbeit, die Entwicklung diversitätssensibler und inklusiver Formate sowie das Erinnern in der pluralen Gesellschaft. Der Historiker Thomas Rink entwickelt Vermittlungsangebote wie Rundgänge, Seminare und Fortbildungen im NS-Dokumentationszentrum München. Er realisiert partizipative Projekte und Ausstellungen von und mit Schulklassen und außerschulischen Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit Wurzeln und Erscheinungsformen des Antisemitismus sowie auf Erinnerungskultur.
Seit der Einführung von ChatGPT Ende November 2022 hat sich generative künstliche Intelligenz rasant verbreitet und findet in vielen gesellschaftlichen Bereichen Verwendung. Diese Entwicklung wird von großer Aufmerksamkeit, aber auch Hoffnungen und Ängsten begleitet. Was davon ist begründet, was der Aufregung und dem Hype um die neue Technologie zuzuschreiben? Im Vortrag wird aus der Perspektive der Technikfolgenabschätzung ein Blick auf generative KI geworfen. Anhand von konkreten Anwendungsfällen wie z.B. Deepfakes soll eingeordnet werden, was sich über die Auswirkungen mittlerweile wissen lässt und wie ein verantwortungsvoller Umgang mit der Technologie gestaltet werden kann. Steffen Albrecht berät als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Büros für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages die Abgeordneten zu den Auswirkungen neuer Technologien, insbesondere im Bereich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Bis Ende der 2000er Jahre galt das Parteiensystem der Bundesrepublik als Hort der demokratischen Stabilität. Die Gesamtzahl der relevanten Parteien war überschaubar und der Stimmenanteil systemfeindlicher Parteien blieb gering. Beides hat sich seither fundamental geändert. In dem Vortrag werden zum einen die Ursachen für das Anwachsen der rechten und linken Randparteien analysiert, und zum anderen ein Blick auf die häufig vernachässigten „sonstigen“ Parteien geworfen, die bei Wahlen heute zusammengenommen in der Regel mehr als fünf Prozent der Stimmen erreichen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob unser Wahlrecht zum veränderten Parteiensystem noch passt. Frank Decker ist seit 2001 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bonn und seit 2011 zugleich Wissenschaftlicher Leiter der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP). Er gibt die Vierteljahreszeitschrift INDES heraus. Deckers Hauptarbeitsschwerpunkte sind die Demokratie- und Parteienforschung. Für seine Leistungen auf diesem Gebiert wurde er 2023 mit dem „Otto-Kirchheimer-Preis“ ausgezeichnet
Die Vereinten Nationen (UN) wurden vor über 80 Jahren mit dem Ziel gegründet, den Weltfrieden zu sichern. Angesichts der Kriege im Sudan, in Gaza und im Iran eine scheinbar unmögliche Aufgabe. Trotz des großen Bedarfs rutschen die UN immer tiefer in die allgemeine Krise der Welt(un)ordnung hinein und erscheinen geradezu machtlos, ihr Mandat zu erfüllen. In diesem Vortrag werden die Mechanismen der Vereinten Nationen zur Friedenssicherung und zum Konfliktmanagement besprochen: Welche gibt es, welche wurden bisher genutzt und welche könnten in Zukunft möglich sein? Welche Zukunft hat die UN zwischen Großmachtkonkurrenz, Reformbestrebungen und finanzieller Krise? Diese und weitere Fragen werden erläutert und diskutiert. Myriel Julie Mathez ist Doktorandin am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF) in der Forschungsgruppe zur Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Vereinten Nationen. Davor war sie beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Genf tätig und hat ihren Master in internationalen Organisationen und Konfliktmanagement an der Friedrich-Schiller-Universität Jena absolviert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Reformbestrebungen innerhalb der Vereinten Nationen sowie Katastrophen und Konflikte.
Die Frage, wie demokratisch die Ukraine ist, macht immer wieder Schlagzeilen: wenn es um den Einfluss der Oligarchen, reicher Großunternehmer, geht, ein Korruptionsskandal aufgedeckt wird oder US-Präsident Trump russischer Propaganda folgt und den ukrainischen Präsidenten für nicht demokratisch legitimiert erklärt. Der Vortrag liefert hierzu wichtige Informationen und Einordnungen. Es wird aber zusätzlich die größere Perspektive betrachtet: Wie demokratisch ist die Ukraine wirklich und in welche Richtung könnte es weitergehen? Dazu gehört auch die Frage, was eigentlich alles Teil einer funktionierenden Demokratie ist. Prof. Dr. Heiko Pleines leitet die Abteilung Politik und Wirtschaft der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen. Er analysiert seit fast drei Jahrzehnten die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine.
Zu wenig Fachkräfte, zu geringe Basiskompetenzen und immer noch ist in Deutschland die Bildungsbenachteiligung aufgrund der Herkunft der Schüler/innen hoch. Doch es gibt sie, die Leuchtturmprojekte, die gemeinsame Arbeit an einem neuen Schulsystem: Dort engagieren sich Schulleitungen, Lehrkräfte und Eltern. Schüler/innen erfinden Apps, die die Umwelt schonen. Sie arbeiten an Gesundheitsthemen, setzen sich erfolgreich gegen Mobbing oder Rassismus ein. Um die Bildungsbenachteiligung zu reduzieren, haben Bund und Länder das Startchancen-Programm aufgesetzt: Es ist das größte Bildungsprogramm in Deutschland und zielt u.a. darauf, die Anzahl der Schüler/innen ohne Schulabschluss innerhalb von zehn Jahren zu halbieren. Der Vortrag lädt ein, sich über innovative Ansätze im Bildungssystem zu informieren und zu diskutieren. Dr. Daniela Jäger-Biela arbeitet am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) zu Governance-Strukturen in den Bundesländern im Rahmen der Evaluation des Startchancen-Programms der Bund-Länder-Initiative. Sie forscht unter anderem zu Data Literacy, digitalen Kompetenzen, Lehrer/innenbildung und Migration.
