Der Iran steht innen- wie außenpolitisch unter massivem Druck: Proteste, Repression und gesellschaftlicher Wandel treffen auf regionale Machtkonflikte und geopolitische Eskalation. Der Vortrag ordnet aktuelle Entwicklungen verständlich ein und fragt, welche Perspektiven sich für Gesellschaft, Region und internationale Politik ergeben. Dr. Désirée Kaiser ist Islamwissenschaftlerin und Expertin für gesellschaftliche Transformationen, Sicherheitspolitik und internationale Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten. Als Lehrbeauftragte ist sie an der Universität Bonn tätig.
Frankreich stand Ende der 1780er Jahre vor dem Staatsbankrott. Die von König Ludwig XVI. einberufenen Generalstände – bestehend aus den drei Ständen des Adels, des Klerus' und des Bürgertums – sollten einen Ausweg aus der schweren Krise finden. Doch die Situation entwickelte sich dramatisch anders als geplant: Die Abgeordneten der Bürger und Bauern (des Dritten Standes) erklärten sich zur Nationalversammlung und forderten ihre Rechte ein. Der in dieser politisch sowie emotional aufgeheizten Lage am 14. Juli 1789 erfolgende Sturm auf die Pariser Bastille markiert endgültig den Beginn der Französischen Revolution. Sie erschütterte Frankreich und Europa zutiefst. Die folgenden Jahre brachten sogar die Hinrichtung des französischen Königspaares, verlustreiche Revolutionskriege und die zeitweilige Terrorherrschaft der Jakobiner, die tausenden Menschen unter der Guillotine das Leben kostete. Der Vortrag fragt nach den Ursachen der französischen Ereignisse und ihren Auswirkungen auf die staatliche Verfassung. Welchen Beitrag lieferte die Französische Revolution für die Entstehung der heutigen Menschenrechte und wie reagierte man im übrigen Europa auf die Geschehnisse? Fortsetzung der Vortragsreihe zur Französischen Revolution: 15.6.26 Lenin und die russische Revolution 1917 – Vom Zarenreich zum Sozialismus (2), Kursnummer (W110758) 22.6.26 Aus alt mach neu – Zum strukturellen Verlauf politischer Revolutionen (3), Kursnummer (W110762)
In Amerika gibt es neue Bewegungen auf dem Feld der politischen Ideen mit denen Ordnungsvorstellungen gerechtfertigt werden. Sie richten sich gegen die etablierten Vorstellungen einer liberalen Demokratie mit gleichen Rechten und gleicher Freiheit für alle. Aber diese antiliberalen Kräfte sind nicht homogen. Selbst im engsten Kreis der Trump-Regierung werden konkurrierende Ordnungsvorstellungen vertreten, die von katholisch-integrationistischen Ideen bis zu markt-radikalen Modellen reichen. Der Vortrag ist auch in präsenz buchbar mit der Kursnummer W110692...
Der Sturz des zaristischen Regimes in Russland und die Errichtung des weltweit ersten sozialistischen Staates gehört zu den herausragendsten Ereignissen des frühen 20. Jahrhunderts. Sie sollten die folgenden Jahrzehnte entscheidend prägen. Maßgeblich an den Ereignissen beteiligt war der sozialistische Revolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow (1870 – 1924), besser bekannt unter seinem Decknamen Lenin. Doch der Umsturz war mit vielfältigen praktischen und theoretischen Schwierigkeiten verbunden: Lenin befand sich zunächst im Exil und musste erst mit Hilfe des Kriegsfeindes Deutschland während des 1. Weltkrieges nach Russland gebracht werden. Zum anderen hätte es nach der marxistischen Gesellschaftstheorie in einem Agrarstaat wie Russland noch gar keine sozialistische Revolution geben können, weshalb die marxistische Theorie weiterentwickelt werden musste. Der Vortrag zeichnet die revolutionären Maßnahmen und theoretischen Entwicklungen Lenins nach, fragt nach den deutschen Interessen an der Revolution sowie nach ihren Folgen, zu denen sowohl eine "Neue Ökonomische Politik" als auch der Aufstieg Stalins gehörten. Fortsetzung der Vortragsreihe zur Französischen Revolution: 22.6.26 Aus alt mach neu – Zum strukturellen Verlauf politischer Revolutionen (3), Kursnummer (W110762)
Revolutionen spiegeln gesellschaftlicher Spannungen und gelten als Motoren des Wandels. Der Vortrag untersucht, wie politische Umbrüche entstehen, wie sie verlaufen und welche Muster sich in unterschiedlichen historischen Kontexten wiederholen. Welche Akteure gibt es, welche Interessen verfolgen sie? Welche Dynamiken prägen innerrevolutionäre Machtkämpfe und welche Divergenz zeigen sich zwischen den postulierten Zielen und den tatsächlichen Entwicklungen? An ausgewählten Beispielen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede revolutionärer Prozesse verdeutlicht.
Im Wochentakt kommen neue Zölle, Drohungen und Handelsdeals. Die Politik der Trump-Regierung lässt viele Beobachter:innen ratlos zurück, ihre Militärschläge machen Angst. Gleichzeitig verschieben sich die Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft: Der Aufstieg Chinas und zunehmende geopolitische Konflikte machen die Lage noch unübersichtlicher. Was steckt hinter den US-Zöllen und der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Trump? Welche Folgen hat sie für Europa, insbesondere für Beschäftigte und Gewerkschaften? Und wie verändern sich Globalisierung und Welthandel - und mit ihnen unser Wirtschaftsmodell? Eine Veranstaltung von Arbeit und Leben München.
Im April 1986 ereignete sich die bis dato größte Nuklearkatastrophe weltweit in einem Ausmaß, welches nicht ausschließlich umweltpolitische Folgen zu Tage brachte. Das systemisch bedingte Versagen der staatlichen Führung der Sowjetunion, die fehlerhafte Koordinierung der internationalen Hilfe sowie die geopolitischen Folgen der Aufopferung vieler Sowjetbürger trugen auch zum Zusammenbruch der Sowjetunion keine fünf Jahre später bei - so äußerte sich Michail Gorbatschow Jahre später. In diesem Vortrag wollen wir die strategische, geopolitische Bedeutung der Nuklearkatastrophe näher verstehen.
Drei Abende führen in deutsche und europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein: Wie entstehen sicherheitspolitische Entscheidungen? Welche Rolle spielen Bundeswehr, NATO und EU? Und warum hängt Handlungsfähigkeit heute vom Zusammenspiel von Staat, Streitkräften, Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Zivilraum/Gesellschaft ab? Verständlich, quellenoffen und sachlich eingeordnet. Teil 2 der Vortragsreihe findet am 19.11.2026 mit dem Thema "Verteidigungspolitik verstehen: Bundeswehr, NATO, Abschreckung und Bündnisverteidigung" statt, buchbar mit der Kursnummer X110652. Teil 3 der Vortragsreihe findet am 26.11.2026 mit dem Thema "Sicherheit im Verbundraum: Staat · Streitkräfte · Zivilraum/Gesellschaft · Wissenschaft · Wirtschaft · Industrie" am 26.11.2026 statt, buchbar unter der Kursnummer X110653. Sie können sich für alle drei Online-Vorträge auf einmal unter der Kursnummer X110654 anmelden und dabei von einem Preisvorteil profitieren.
In diesem Kurs führen drei Abende in deutsche und europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein: Wie entstehen sicherheitspolitische Entscheidungen? Welche Rolle spielen Bundeswehr, NATO und EU? Und warum hängt Handlungsfähigkeit heute vom Zusammenspiel von Staat, Streitkräften, Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Zivilraum/Gesellschaft ab? Verständlich, quellenoffen und sachlich eingeordnet. Sie können die jeweiligen Vorträge auch einzeln buchen, unter den Kursnummer X110651, X110652 und X110653 für jeweils 7,-€.
Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 bildet sich in Ostasien eine neue Zweckallianz heraus: Pjöngjang, Moskau und Peking einen die strategische Opposition gen Westen und die Absicht, ein Gegenmodell zu westlichen Demokratien zu zeigen. Neue Strukturmotive außen- und sicherheitspolitischer Art zeigen sich, die auf eine unheilige Allianz in Nordostasien schließen lassen. Welche Folgen hat dies für die gesamte Region und für uns?
Insgesamt drei Abende führen in deutsche und europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein: Wie entstehen sicherheitspolitische Entscheidungen? Welche Rolle spielen Bundeswehr, NATO und EU? Und warum hängt Handlungsfähigkeit heute vom Zusammenspiel von Staat, Streitkräften, Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Zivilraum/Gesellschaft ab? Verständlich, quellenoffen und sachlich eingeordnet. Der Teil 3 der Vortragsreihe findet am 26.11.2026 mit dem Thema "Sicherheit im Verbundraum: Staat · Streitkräfte · Zivilraum/Gesellschaft · Wissenschaft · Wirtschaft · Industrie" am 26.11.2026 statt, buchbar unter der Kursnummer X110653. Sie können sich für alle drei Online-Vorträge auf einmal unter der Kursnummer X110654 anmelden und dabei von einem Preisvorteil profitieren.
Drei Abende führen in deutsche und europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein: Wie entstehen sicherheitspolitische Entscheidungen? Welche Rolle spielen Bundeswehr, NATO und EU? Und warum hängt Handlungsfähigkeit heute vom Zusammenspiel von Staat, Streitkräften, Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Zivilraum/Gesellschaft ab? Verständlich, quellenoffen und sachlich eingeordnet.
Die jüngsten politischen Debatten um die Zukunft des deutschen Sozialstaates sorgen für erhebliche Verunsicherung. Aussagen über eine angebliche Krise der sozialen Sicherungssysteme und über bevorstehende Einschnitte werfen zentrale Fragen auf: Wie stellt sich die Situation des deutschen Sozialstaats tatsächlich dar? Wer wäre von möglichen Kürzungen betroffen? Wer würde profitieren? Patrick Schreiner führt mit einem Impulsreferat in die aktuelle Debatte ein. Er zeigt auf, welche ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Sozialstaat hat, welche politischen Narrative derzeit kursieren und welche Interessen dahinterstehen. Eine Veranstaltung von Arbeit und Leben München.
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland zählen zu den folgenreichsten und zugleich widersprüchlichsten der europäischen Geschichte. Der Vortrag beleuchtet ihre Entwicklung seit dem Zeitalter der Nationalismen und fragt nach Kontinuitäten, politischen Interessen, Illusionen und blinden Flecken. Welche Prägungen wirken bis heute fort und welche Einsichten lassen sich aus dieser wechselhaften Geschichte gewinnen? Eine Veranstaltung von Arbeit und Leben München.
Demokratie entsteht, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen – oft im Kleinen, mitten im Alltag: in der U-Bahn, im Café, in der Bücherei, im Verein oder im Theater. Doch wie lässt sich dort Community Spirit wecken? Welche Haltung braucht es dafür – und wer kann solche Begegnungen als Host begleiten? Die Antwort: grundsätzlich jede und jeder – auch Sie. Wenn Sie Lust auf Menschen, Miteinander und Initiative haben, sind Sie willkommen. Ein virtueller Abendworkshop mit Impulsen, Austausch und Ideen zum Mitnehmen. Eine Veranstaltung von Arbeit und Leben München.
Politische und gesellschaftliche Entwicklungen sind oft komplex und schwer einzuordnen. In diesem Online-Gesprächsformat können Teilnehmende Themen und Fragen einbringen, die sie aktuell beschäftigen. Der Kursleiter moderiert, ordnet Zusammenhänge ein, gibt faktenbasierte Impulse und achtet auf einen respektvollen Austausch. Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Information und gemeinsame Klärung.
Digitale und hybride Angriffe auf Regierungen, Behörden und kritische Infrastruktur sind längst Alltag – auch in Deutschland. Ransomware, Wahlmanipulationen und Deep Fakes zeigen: Der Westen gerät zunehmend ins Visier internationaler Bedrohungsakteure. Der Vortrag fragt: Wie ist auf solche Gefahren zu reagieren? Ist Deutschland vorbereitet? Und wie gehen Demokratien langfristig mit einer sich wandelnden Bedrohungslage um?
Der Vortrag beleuchtet, wie Protestbewegungen entstehen, welche Rolle gemeinsame Schlagworte und Erzählungen spielen und welche persönlichen Motive Menschen antreiben. Als Beispiele dienen die große „Für Demokratie und Vielfalt“-Demonstration in München, die nach dem bekannt gewordenen „Remigrationstreffen“ in Potsdam 2024 entstand, sowie die landesweiten Proteste vor der Bundestagswahl 2025, ausgelöst durch die gemeinsame Abstimmung der Union mit der AfD im Bundestag. Aus der Analyse der Beweggründe werden außerdem Rückschlüsse für die langfristige Stabilität der Demokratie gezogen.
Die Geschichte der Kindertransporte gilt als eines der wenigen positiven Kapitel in der Holocaust-Forschung: Über 15.000 unbegleitete jüdische Kinder und Jugendliche konnten 1938/39 unter anderem nach Großbritannien oder Frankreich gerettet werden, weil ihre Eltern bereit waren, sich von ihnen zu trennen. Die mit der Rettung verbundene Entwurzelung aus dem vertrauten Umfeld blieb nicht ohne traumatische Folgen. Trotz allem gelang es den „Kindern" als Gruppe, diese Traumata zu überwinden, wie Lilly Maier anhand zahlreicher Interviews von Zeitzeug*innen zeigt.
Während der Shoa ermordeten die Nationalsozialisten rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Doch einige zehntausend konnten dank mutiger Helfer*innen überleben – Menschen, die sie versteckten, mit falschen Papieren versorgten oder außer Landes schmuggelten. Yad Vashem ehrt 27.362 von ihnen als „Gerechte unter den Völkern“. Über die Hälfte waren Frauen, doch in der Erinnerungskultur sind sie bis heute kaum sichtbar. Lilly Maier stellt in ihrem Vortrag mehrere dieser „Women of Valor“ vor und fragt, warum ihr Mut lange übersehen wurde.
