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Die Abschottung der Welt: Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933–1945
So. 18.10.2026 19:30

In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen - ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben. Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen. Susanne Heim ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945", Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht.

Kursnummer 262-09013
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Versunkene Welten: Ruinenstädte in der Antike von Troja bis Pompeji
So. 25.10.2026 19:30

Heutzutage spazieren Millionen von Besuchern durch antike Ruinenstädte. Voll Bewunderung studieren wir die verfallenen Gebäude und Monumente und stellen uns vor, wie der Alltag der Menschen damals ausgesehen haben mag. Nostalgie und romantische Wehmut angesichts des Untergangs der alten Kulturen sind jedoch moderne Phänomene. Im Altertum ging man mit den zahlreichen zerstörten Städten, die schon damals im Mittelmeerraum allgegenwärtig waren, wesentlich pragmatischer um: Ruinen hatten nichts Positives an sich, sie wurden entweder beseitigt oder schlichtweg ignoriert. Martin Zimmermann zeigt in diesem Vortrag, wie die Menschen in der Antike selbst auf bedeutende Stätten wie Troja, Mykene, Ninive und Pompeji geblickt haben. Er lehrt Alte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung statt.

Kursnummer 262-09015
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Künstliche Intelligenz und Bildung – Lernen mit und lernen trotz KI
Mi. 28.10.2026 19:30

Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil von Alltag, Arbeitswelt und Schule. KI kann uns bei komplexen Aufgaben unterstützen, von Routinetätigkeiten entlasten und Lernprozesse gezielt begleiten. Gleichzeitig birgt eine Überdelegation kognitiver Aufgaben an KI das Risiko, dass wesentliche Kompetenzen verloren gehen oder gar nicht erst erworben werden. Der Vortrag zeigt auf, wie KI-Systeme und deren Nutzung gestaltet werden können, um Kompetenzverlust entgegenzuwirken. Ute Schmid ist Mitglied im Direktorium und im Geschäftsleitenden Ausschuss des bidt. Sie ist Professorin für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg und lehrt und forscht seit vielen Jahren im Bereich Künstliche Intelligenz mit Fokus auf menschenähnliches maschinelles Lernen und Methoden für interaktives und erklärendes Lernen. Ute Schmid ist Mitglied im Bayerischen KI-Rat und EurAI Fellow. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) statt.

Kursnummer 262-09017
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Veränderungsstress. Warum tun sich Gesellschaften mit Veränderungen so schwer?
Mo. 02.11.2026 19:30

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Veränderungen wahrnehmen und wie unterschiedliche Gruppen auf sozialen Wandel reagieren. Es soll gezeigt werden, dass ein Teil unserer gegenwärtigen Konflikte mit der starken Dynamisierung der Gesellschaft zu tun haben. Es wird auch diskutiert, wie sich Kontinuitätsbedürfnisse und Veränderungsanforderungen miteinander kombinieren lassen. Steffen Mau ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Bücher Ungleich Vereint. Warum der Osten anders bleibt (2024) sowie die gemeinsam mit Thomas Lux und Linus Westheuser verfasste Studie Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft (2023) standen monatelang auf der Sachbuch-Bestenliste und auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Für Ungleich Vereint erhielt er außerdem den Bayrischen Buchpreis 2024 und stand auf der Shortlist für den Sachbuchpreis des Norddeutschen Rundfunks.

Kursnummer 262-09019
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Gemeinsames und Kurioses unter den Sprachen Europas
Mi. 04.11.2026 19:30

Wir machen uns auf eine Rundreise durch die Eurolinguistik, jene Wissenschaft, die nach den Gemeinsamkeiten unter den Sprachen Europas sucht. Wir durchstreifen die Gebiete Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Schreibung und Kommunikationsgepflogenheiten. Wie drückt sich die europäische Sichtweise im Wortschatz aus? Aus welchen Sprachen haben die Europäer gerne Wörter übernommen? Welche typischen Grammatik-, Aussprache- und Schreibkonventionen gibt es? Welche Gepflogenheiten gibt es beim Austausch miteinander? Und: auf welche Kuriositäten stoßen wir? Joachim Grzega ist einer der führenden Eurolinguisten. Er leitet an der VHS Donauwörth den Projektbereich “Innovative Europäische Sprachlehre (InES)” und lehrt an der Universität Eichstätt.

Kursnummer 262-09021
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Trump und die MAGA-Bewegung
So. 08.11.2026 19:30

"Gibt es einen Trumpismus ohne Trump? Wie wird sich die MAGA-Bewegung angesichts der immer eklatanter werdenden Führungsschwäche des alternden Präsidenten weiterentwickeln? Wie sieht es in der MAGA-Bewegung intern aus? Der Vortrag zeichnet ein Innenbild der rivalisierenden Strömungen der trumpistischen Szene in den USA im Umfeld der anstehenden Zwischenwahlen und analysiert die Stärkeverhältnisse innerhalb der rechten Szene in den USA." Michael Hochgeschwender lehrt Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Kursnummer 262-09023
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Wie einfach kann ein lebendes System sein?
Di. 10.11.2026 19:30

Die Biologie definiert die Zelle als kleinste Einheit des Lebens. Aber selbst die einfachsten Zellen auf der Erde sind unglaublich komplex, so dass es praktisch unmöglich ist, sie in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Auch haben wir noch immer keine Kenntnis davon, wie die erste Zelle überhaupt entstanden sein könnte. Aus diesem Grund versuchen wir, wesentliche Prozesse des Lebens aus einfachen biologischen Bausteinen nachzubilden, um eine Vorstellung von den physikalischen und chemischen Bedingungen zu bekommen, die notwendig sind, damit aus einem chemischen System ein biologisches System wird. Dazu verwenden wir den Ansatz der Synthetischen Biologie, der zelluläre Systeme in einzelne Funktionsmodule zerlegt, die unabhängig voneinander untersucht werden können. Von besonderem Interesse für uns ist die Funktion der Zellteilung. Derzeit wird versucht, ein möglichst einfaches molekulares System aufzubauen, das in der Lage ist, sogenannte Membranvesikel, die einfachsten Modelle von Zellhüllen, autonom in zwei Tochterzellen zu teilen. Zu diesem Zweck verwenden wir einige Proteinsysteme aus E. coli-Bakterien. Petra Schwille studierte Physik und Philosophie und promovierte 1996 an der TU Braunschweig mit einer Dissertation am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, bei Nobelpreisträger Manfred Eigen. Im Jahr 2002 nahm sie einen Ruf auf eine Professur für Biophysik am neu gegründeten BIOTEC-Zentrum der TU Dresden an. Seit 2012 ist sie Leiterin der Abteilung Zelluläre und Molekulare Biophysik am MPI für Biochemie und Honorarprofessorin für Physik an der LMU München. Sie ist u.a. Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften – acatech. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) statt.

Kursnummer 262-09025
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Franz Kafka und Prag
Do. 19.11.2026 19:30

Prag, die Hauptstadt Böhmens, war um 1900 durchaus nicht das gemütliche k.u.k.-Reservat, das sich heutige Touristen gerne vorstellen. Die Stadt war geprägt von sich zuspitzenden nationalen Gegensätzen zwischen Tschechen und Deutschen, was vor allem die jüdische Bevölkerung in eine prekäre Lage versetzte. Aber auch das Tempo, mit dem eine Vielzahl technischer Innovationen innerhalb weniger Jahre durchgesetzt wurde, ließ bei vielen Bewohnern das Gefühl aufkommen, am Ende einer Epoche zu stehen. Sehr genau registrierte Kafka die unheimliche Faszination dieser Herausforderung: Telefone, Diktiergeräte, nächtlich beleuchtete Straßen, elektrische Trams und nicht zuletzt Kinos veränderten auch seinen Alltag. Dr. Reiner Stach studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Mathematik. 1987 erschien seine Monographie ›Kafkas erotischer Mythos‹. 1999 gestaltete Stach die Ausstellung ›Kafkas Braut‹, in der er den Nachlass Felice Bauers präsentierte, den er in den USA entdeckt hatte. 2002 und 2008 erschienen die ersten beiden Bände der hochgelobten dreiteiligen Kafka-Biographie. 2008 wurde Reiner Stach für ›Kafka: Die Jahre der Erkenntnis‹ mit dem Sonderpreis zum Heimito-von-Doderer-Literaturpreis ausgezeichnet. Für sein herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biographik erhielt er 2016 den Joseph-Breitbach-Preis.

Kursnummer 262-09024
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe
Di. 24.11.2026 19:30

Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Kursnummer 262-09026
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Kunst im Ohr – Ein Livestream für alle Sinne 4
Mi. 25.11.2026 19:30

Von München nach Hamburg – vom Museum zu Ihnen! Seien Sie dabei, wenn sich vier Freund*innen der Kunst zusammenfinden und über bedeutende Kunstwerke aus der Neuen Pinakothek in München und aus der Hamburger Kunsthalle austauschen. Wer hätte das gedacht!? Just in Hamburg gibt es nicht nur einen Leibl-Weg, nein, dort befindet sich auch eines der bekanntesten Gemälde Wilhelm Leibls (1844 – 1900): „Drei Frauen in der Kirche“ von 1878/82. Ein Bild, das zugleich mehrere Stadien der Andacht und verschiedene Lebensalter zeigt. Die Neue Pinakothek in München wiederum besitzt „In der Bauernstube“ von 1890. In beiden Bildern geht es um die realistische Darstellung von Menschen aus der ländlichen Region in Oberbayern, in die sich Leibl ab 1873 zurückgezogen hatte. Alle Personen tragen (Sonntags-)Tracht. Inwiefern liefern diese Motive Stoff für gesellschaftliche beziehungsweise regionale Normen, Identitäten und Zugehörigkeiten? Dr. Andrea Weniger leitet die Bildung und Vermittlung an der Hamburger Kunsthalle, Frederike Harms ist wissenschaftliche Volontärin ebendort, Jochen Meister arbeitet an der Neuen Pinakothek in München. Claudia Böhme ist Historikerin und Expertin für kulturelle Angebote für Menschen mit Sehbehinderung. In Kooperation mit der Neuen Pinakothek in München und der Hamburger Kunsthalle.

Kursnummer 262-09027
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Not am Mann. Die Erfindung toxischer Männlichkeit
So. 29.11.2026 19:30

Was passiert, wenn eine Gesellschaft aufhört, Männern Geschichten zu erzählen, in denen sie sich wiederfinden können? In diesem Vortrag  analysiert Eva Ladipo, wie Popkultur, Politik und Medien ein Vakuum hinterlassen haben, das rechte Influencer, toxische Männerforen und autoritäre Rollenvorbilder wie Trump oder Musk füllen. Zwischen Kinoleinwand und Kommentarspalten, zwischen #MeToo und der AfD wird deutlich: Wer über Männlichkeit nicht spricht, überlässt das Feld denen, die sie am liebsten in Machtfantasien und Frauenhass konservieren möchten. Eva Ladipo studierte Politische Wissenschaften in Cambridge und promovierte über das russische Steuersystem. Die Journalistin arbeitete als Redakteurin, Ressortleiterin und Korrespondentin bei der FAZ, der Financial Times Deutschland, Vanity Fair, Financial Times und Die Welt. Sie hat in Russland, Kolumbien und in den USA gearbeitet, bevor sie in Großbritannien gelandet ist. Bei Reclam ist 2026 das Buch „Not am Mann“ erschienen.

Kursnummer 262-09029
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Gottes Zeit: Jüdische, christliche und pagane Zeitvorstellungen und Zeiterfahrungen in der Antike
Fr. 04.12.2026 19:30

War das Leben in der Antike gemütlicher oder gab es damals schon ähnlich viel Stress wie heute? In Judentum wie Christentum gab es Gruppen, die ein schreckliches Ende aller Weltzeit erwarteten. Wie verbreitet waren solche apokalyptischen Zukunftsszenarien? Wie ging man im Alltag mit den konkurrierenden Zeitrechnungen um, beispielsweise religiös motivierten Zeitrechnungen und politischen Chronologien nach Kaisern oder Konsulen? Wie erfuhren Menschen ganz praktisch, was die Stunde geschlagen hatte und was hatte das alles mit Religion zu tun? Antworten auf alle diese Fragen finden sich in einem größeren Buch, an dem Christoph Markschies arbeitet und dessen Inhalte er kurzgefasst vorstellt. Christoph Markschies ist Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität zu Berlin und Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er wurde u. a. mit dem Hanns-Lilje-Preis der Göttinger Akademie und dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet und gehört dem Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste an.

Kursnummer 262-09031
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Die Bauern waren nicht überrascht. Pandemische Geschichte auf dem Lande: Das Beispiel Schweinepest
Mi. 09.12.2026 19:30
Das Beispiel Schweinepest

Die Verwunderung war groß, als die Corona-Pandemie die Welt im März 2020 in den Lockdown zwang: So etwas hatte man noch nie erlebt. Für alle, die in der Landwirtschaft mit Tieren zu tun haben, ist das Leben mit potentiell katastrophalen Krankheitserregern jedoch seit Jahrzehnten betriebliche Normalität. Der Vortrag bietet anhand des Beispiels der Schweinepest einen Überblick über den Umgang mit Tierseuchen vom 19. Jahrhundert bis heute und fragt nach den Veränderungen für Menschen und Tiere. Dabei entsteht ein neues Bild von Landwirtschaft in der Moderne: Agrarproduktion als ständige Auseinandersetzung mit Krisen, die einfach nicht verschwinden wollen. Frank Uekötter lehrt Technik- und Umweltgeschichte an der Universität Bochum.

Kursnummer 262-09030
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Rubens oder Rembrandt? Werke der Holländischen und Flämischen Malerei des Barock in der Alten Pinakothek
Do. 10.12.2026 19:30

1581 schlug die Geburtsstunde der Republik der Vereinigten Niederlande, als sich die sieben nördlichen niederländischen Provinzen von der spanischen Herrschaft lossagten. Damit begann eine tiefgreifende künstlerische Neuentwicklung, die zur Ausbildung eines eigenen Malstils führte, der heute im deutschen Sprachraum als „holländisch“ bezeichnet wird. Dabei blieben die Themen der niederländischen Malerei bestehen. Landschaftsbilder, Seestücke und Genrebilder erhielten jedoch regionaltypische Züge; viele Sujets spiegelten den bürgerlich geprägten Alltag. So rückten Dünenlandschaften, holländische Küsten und häusliche Interieurs ins Zentrum und prägten damit ein Angebot zur Identifikation, in dem das Streben nach politischer Unabhängigkeit Ausdruck fand. Für die flämische Malerei blieben die traditionellen Auftraggeber – Adel und Kirche – weiterhin bestimmend. Das belegt beispielhaft das Werk von Peter Paul Rubens, der aber auch in den nördlichen Niederlanden viele Bewunderer fand – darunter Rembrandt, der in seinen Werken den künstlerischen Wettstreit suchte und in der Auseinandersetzung eigene Impulse setzte. In der Führung werden anhand von Beispielen in der Alten Pinakothek die Unterschiede, aber auch die Parallelen der künstlerischen Auffassungen vorgestellt.   Mirjam Neumeister ist Sammlungsdirektorin der Alten Pinakothek und Sammlungsleiterin für Flämische Barockmalerei an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München. Die Veranstaltung wird live aus der Alten Pinakothek in München gestreamt.

Kursnummer 262-09032
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Die Bischofskirche von Ostia
So. 10.01.2027 19:30

Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Großen kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet. Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden, so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können. Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben. Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt.  Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn.

Kursnummer 262-09033
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Schönheit der Astrophysik
Mi. 13.01.2027 19:30

Die Astronomie gehört zu den schönsten Wissenschaften überhaupt, weil wir mit ihr faszinierende und atemberaubend ästhetische Aufnahmen gewinnen. Einen großen Anteil daran haben Weltraumteleskope wie Hubble oder neuerdings James Webb. Doch auch andere Instrumente und Methoden der Astrophysik liefern Bilder, die einen große Reiz ausüben. Dr. Andreas Müller entführt sein Publikum in die Magie der astronomischen Aufnahmen und tritt den Beweis an: Die Schönheit der Bilder wird noch tiefer empfunden, wenn man sie mit etwas mehr wissenschaftlichem Hintergrundwissen betrachtet. Andreas Müller ist Astrophysiker und Chefredakteur von „Sterne und Weltraum“.

Kursnummer 262-09035
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Die Frage von Krieg und Frieden im Völkerrecht
Mi. 20.01.2027 19:30

Im ersten Teil wird die Grundnorm der seit 1945 geltenden Völkerrechtsordnung, das Verbot der Anwendung militärischer Gewalt in den internationalen Beziehungen, vor ihrem historischen Hintergrund und in ihrem heute maßgeblichen systematischen Zusammenhang entfaltet. Im zweiten Teil werden die aktuellen politischen Herausforderungen des Völkerrechts der Friedenssicherung und dessen denkbare Zukunftsperspektiven in den Blick genommen. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur Diskussion.    Claus Kreß ist Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität zu Köln. 2019 wurde er zum Richter ad hoc am Internationalen Gerichtshof in Den Haag ernannt. Seit 2021 ist er Sonderberater des Anklägers des Internationalen Strafgerichtshofs zum Verbrechen der Aggression. Er ist Mitglied der Leopoldina und Life Member des Clare Hall College der Universität Cambridge.

Kursnummer 262-09037
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Wohin steuert die Welt? Francis Fukuyama im Gespräch mit Simon Strauß
Mo. 08.02.2027 19:30

Auf welche Weltordnung steuern wir zu? Die liberale Demokratie steckt in der Krise, nach einer langen Phase der Demokratisierung sind wir wieder in einer Welt der Macht angelangt, bedingt vor allem durch autoritäre Bewegungen, technologischen Wandel, Neoliberalismus und Identitätspolitik. Mit seinen Gedanken zur Lage der Welt zeigt Francis Fukuyama, warum das freiheitliche Denken für die westlichen Gesellschaften im 21. Jahrhundert alternativlos ist. Vor allem aber macht er deutlich, warum wir für die Freiheit kämpfen müssen, wollen wir ihr Überleben sichern und das Risiko einer autoritären Weltordnung eindämmen. Francis Fukuyama studierte Politikwissenschaft in Harvard. Sein 1992 veröffentlichter Bestseller Das Ende der Geschichte machte ihn international bekannt. Derzeit ist er Professor für Politikwissenschaft an der Stanford-Universität. Simon Strauß ist Journalist, Theaterkritiker und Schriftsteller. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schöne Künste. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt

Kursnummer 271-09007
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Dreihundert Männer: Aufstieg und Fall der Deutschland AG
Mi. 10.02.2027 19:30

Dreihundert deutsche Männer, schrieb Walther Rathenau zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bestimmten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents. Er meinte das enge Geflecht aus Bankiers, Industriekapitänen und Lobbyisten, das sich mit dem Aufstieg von Firmen wie der Allianz, Krupp oder Siemens herausgebildet hatte. Man kannte einander, man sprach miteinander – und man sprach sich ab. Bis in die 1990er Jahre prägte dieses Netzwerk namens „Deutschland AG“ die Politik und die Unternehmenskultur in der Bundesrepublik. Wie dreihundert Männer Deutschland und seine Wirtschaft von der Start-up-Nation Kaiserreich bis in die krisengebeutelte Gegenwart prägten und wie der Aufstieg der Deutschland AG bis zum ihrem Niedergang verlief, ist Thema dieses Vortrages. Konstantin Richter ist Autor und Journalist. Er hat regelmäßig für deutsch- und englischsprachige Medien wie The Wall Street Journal, The Guardian, The New York Times oder Die Zeit geschrieben. Sein Buch „Dreihundert Männer: Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ erschien bei Suhrkamp und wurde 2026 mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels statt.

Kursnummer 271-09011
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618–1648
Mo. 15.02.2027 19:30

Noch heute gilt „Dreißigjähriger Krieg“ als Metapher für die Schrecken des Krieges schlechthin, dauerte es doch Jahrzehnte, bis die Verwüstungen überwunden waren, die der längste Krieg auf deutschem Boden angerichtet hatte. Dabei war, als am 23. Mai 1618 protestantische Adelige die Statthalter des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II. aus den Fenstern der Prager Burg stürzten, kaum abzusehen, was folgen sollte: ein Flächenbrand, der erste im vollen Sinne „europäische Krieg“. Auch die europäische Staatenordnung lag in Trümmern – und doch entstand auf diesen Trümmern eine wegweisende Friedensordnung, mit der eine neue Epoche ihren Ausgang nahm. Herfried Münkler führt den Krieg in all seinen Aspekten vor Augen, behält dabei aber auch unsere Gegenwart im Blick: Der Dreißigjährige Krieg kann uns, wie er zeigt, besser als alle späteren Konflikte die Kriege der Gegenwart verstehen lassen. Herfried Münkler lehrte Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. Viele seiner Bücher gelten als Standardwerke. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung, dem Carl Friedrich von Siemens Fellowship, dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch.

Kursnummer 271-09015
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Wasser – das bedrohte Element: Wie wir unsere Lebensgrundlage zerstören
So. 28.02.2027 19:30

Wasser ist die Grundlage unseres Lebens. Doch weltweit wird es knapper, ungleicher verteilt und zunehmend zum Krisenfaktor. Mojib Latif, einer der bekanntesten Klimaforscher Deutschlands und zeigt in diesem eindringlichen und zugleich klar verständlichen Vortrag warum die Zukunft des Wassers untrennbar mit der Zukunft unserer Gesellschaft verknüpft ist. Latif erklärt, wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und unser Umgang mit Ressourcen zusammenwirken. Und er macht deutlich, weshalb sich die Folgen längst konkret bemerkbar machen: in Form von Dürren, Extremwetter und wachsenden Nutzungskonflikten. Dabei gelingt es ihm, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge so aufzubereiten, dass sie auch für Nicht-Experten nachvollziehbar werden. Mojib Latif ist Professor am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, wo er den Forschungsbereich Maritime Meteorologie leitet. Seit 2017 ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME. Zu seinen Forschungsgebieten zählen u.a. die anthropogenen Einflüsse auf das Klima.

Kursnummer 271-09009
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Vom Rohstoff zur Mode – Eine Führung durchs Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)
Do. 04.03.2027 19:30

Wie entsteht eigentlich unsere Kleidung? Kommen Sie mit auf eine spannende Online-Entdeckungstour und erkunden Sie den Weg vom Rohstoff bis zum fertigen Kleidungsstück. Gemeinsam besuchen wir die Museumsweberei des tim und erleben historische, aber auch topaktuelle Hightech-Webmaschinen in Aktion. Anschließend reisen wir durch 200 Jahre Modegeschichte und werfen einen Blick auf Nationales Kulturgut: Die einzigartige Stoffmustersammlung der Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK) erzählt Mode- und Designgeschichte aus drei Jahrhunderten – Made in Augsburg. Barbara Kolb leitet die Kunst- und Kulturvermittlung im tim. Seien Sie online dabei und erleben Sie das tim live, ganz bequem von zu Hause aus!

Kursnummer 271-09013
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Die Zukunft der Rente: Wie wir unser Alterssicherungssystem generationengerecht gestalten
Mo. 05.04.2027 19:30

Der demografische Wandel stellt die gesetzliche Rentenversicherung vor grundlegende Herausforderungen: Immer weniger Beitragszahlende müssen für immer mehr Rentnerinnen und Rentner aufkommen. Wie kann unter diesen Bedingungen ein Rentensystem aussehen, das auch für kommende Generationen verlässlich und finanzierbar bleibt? Als Mitglied der Alterssicherungskommission erläutert Jörg Rocholl die zentralen Vorschläge der Kommission und zeigt, welche Rolle eine stärkere Kapitaldeckung dabei spielen kann. Er diskutiert, wie sich die Chancen langfristiger Kapitalmarktanlagen für breite Bevölkerungsschichten nutzen lassen und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland sein Rentensystem nachhaltig und generationengerecht weiterentwickeln kann. Jörg Rocholl ist Wirtschaftswissenschaftler und Präsident der internationalen Wirtschaftshochschule ESMT Berlin. Außerdem ist er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen und Mitglied der Alterssicherungskommission.

Kursnummer 271-09012
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Die subversive Kraft des Jazz. Von widerständischer Musik bis Black Lives Matter
Mi. 14.04.2027 19:30

Spätestens mit Ende des 2. Weltkriegs wurde die politische Kraft des Jazz erkannt. Zuerst von der US-Propaganda, die Jazzmusiker als Musterbeispiel einer demokratischen Gesellschaft durch die Welt schickte, bald aber auch von der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die vor allem auf die Friedensbotschaften des Folk setzte. Der Jazz aber war schon zuvor eine politische – oder zumindest eine politisch instrumentalisierte – Musik. Wolfram Knauer wirft einen Blick auf sehr unterschiedliche Beispiele, in denen Jazzmusiker sich mit Politik auseinandersetzten. Das beginnt in der schwarzen Kirche, wirft einen kurzen Blick auf die Bedeutung von Jazz in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, beleuchtet die Rolle der Musik innerhalb der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre und die Haltung von Musiker:innen in der jüngeren Gegenwart. Ein ernstes Thema, das von Unterdrückung und Rassismus, zugleich aber auch von Optimismus und der heilenden Kraft der Musik handelt und nebenbei einen kulturellen Vergleich darüber erlaubt, wie Menschen mit dunkler Vergangenheit und Gegenwart umgehen, um sie ins Positive zu wenden. Wolfram Knauer war von 1990 bis 2024 Gründungsdirektor des Jazzinstituts Darmstadt. Zu seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen gehören Biographien über Louis Armstrong, Charlie Parker und Duke Ellington sowie eine Geschichte des Jazz in Deutschland (alle im Reclam-Verlag). Als Honorarprofessor unterrichtet er an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Kursnummer 271-09014
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Außergewöhnlich langlebige Tiere in der Alternsforschung
So. 09.05.2027 19:30

Warum wird eine Maus nur wenige Jahre alt, während Nacktmulle mehrere Jahrzehnte und Grönlandhaie mehrere Jahrhunderte leben? Die Alternsforschung untersucht traditionell vor allem kurzlebige Modellorganismen wie Mäuse, Fadenwürmer und Fruchtfliegen. Zunehmend rücken jedoch Arten in den Fokus, die außergewöhnlich lange leben und dabei besondere Fähigkeiten entwickelt haben: Einige können verlorene Körperteile regenerieren, andere sind bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber Krebs. Was lässt sich von ihnen über die biologischen Grundlagen des Alterns lernen? Und welche Erkenntnisse könnten auch für ein langes und gesundes Leben des Menschen relevant sein? Der Vortrag stellt Arten wie Hydra, Nacktmull und Grönlandhai vor und gibt Einblicke in aktuelle Ergebnisse der Alternsforschung. Im Mittelpunkt stehen neue Erkenntnisse aus dem Genom des Grönlandhais – des langlebigsten bekannten Wirbeltiers – und die Frage, welche molekularen Anpassungen zu seiner außergewöhnlichen Lebensspanne beitragen könnten. Arne Sahm ist Juniorprofessor für Computational Phenomics an der Ruhr-Universität Bochum. Er studierte Bioinformatik, promovierte in diesem Fach und lehrt und forscht heute an der Schnittstelle von Bioinformatik, Evolution und Alternsforschung

Kursnummer 271-09005
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Muslimischer Antisemitismus: Woher er kommt, wie er wirkt und was wir tun können
So. 06.06.2027 19:30

Juden lebten über Jahrhunderte als «Schutzbefohlene» in islamisch geprägten Gesellschaften - rechtlich untergeordnet, aber oft stabiler integriert als in vielen Teilen Europas. Im Kontext von Kolonialismus, europäischem Antisemitismus, arabischem Nationalismus und dem Nahostkonflikt entwickelte sich ein moderner muslimischer Antisemitismus. Nach der Gründung des Staates Israel mussten hunderttausende Juden in den 1940er- und 1950er-Jahren ihre Heimat in arabischen Ländern wie Marokko, Jemen oder Irak verlassen. Heute äußert sich muslimischer Antisemitismus häufig in israelfeindlichen Deutungsmustern und der Wahrnehmung Israels als Ausdruck kolonialer Fremdherrschaft. Omar Kamil beschreibt diese Entwicklungen prägnant und historisch fundiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem muslimischen Antisemitismus in europäischen Gesellschaften und der Frage, was getan werden kann - und bisher versäumt wurde -, um antisemitischen Ressentiments den Nährboden zu entziehen. Omar Kamil forscht und lehrt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu jüdischer und arabisch-islamischer Geschichte sowie zu Antisemitismus im deutschen und europäischen Kontext. Er hat u.a. in Ägypten, im Sudan und in Israel gelehrt und geforscht und hatte Vertretungs- und Gastprofessuren an den Universitäten Heidelberg, Erlangen, Erfurt, München und Jerusalem inne.

Kursnummer 271-09008
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Prometheus: Die Macht eines Mythos. Von der Antike bis zu Elon Musk
Mo. 21.06.2027 19:30

Als Menschenfreund, der sich gegen die Autorität der Götter auflehnt, war Prometheus seit je eine der schillerndsten Sagengestalten der Antike. Er wurde als Freiheitsheld gefeiert, der für seine Rebellion in Ketten gelegt und bestraft wurde: Ein Adler frisst seine stets aufs Neue nachwachsende Leber. Seine Gabe der Technik erwies sich spätestens seit der Moderne als zweischneidiges Schwert, die in ihrer entfesselten Form - Atombombe, Klontechnik, KI - Menschheit und Umwelt bedroht. Und Prometheus war es auch, der die Arbeit in die Welt brachte. Jonas Grethlein verwebt diese drei Themen rund um den Titanen - Technik, Freiheit, Arbeit - zu einer erhellenden Betrachtung über unsere Gegenwart. Jonas Grethlein ist ein international renommierter Altphilologe, der als Professor an der Universität Heidelberg lehrt. 2024 erhielt er für seine Forschungen den Leibniz-Preis.

Kursnummer 271-09010
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
Kühle neue Welt. Eine Geschichte der Moderne
Do. 24.06.2027 19:30

Unsere Welt hängt am Tropf der künstlichen Kälte. Ob Supermarkt, Serverfarm oder Klimaanlage: Ohne Kältemaschinen steht das moderne Leben still. Jan Eike Dunkhase erzählt in seinem Vortrag die denkwürdige Kulturgeschichte einer Technologie, die Segen und Fluch zugleich ist. Er zeigt, wie wir natürliche Grenzen überwanden – und dabei in einen Teufelskreis gerieten. Denn je mehr wir kühlen, desto wärmer wird der Planet. Eine fesselnde Reise durch Kultur, Technik, Konsum und Ökologie, die auch zum Verständnis der heutigen Klima- und Energiekrise beiträgt. Jan Eike Dunkhase ist Historiker. Seine Monografie Provinz der Moderne über das DLA Marbach wurde als »fabelhafte Institutionengeschichte« gefeiert und seine Edition des Briefwechsels Koselleck/Schmitt erreichte Platz 2 der Sachbuchbestenliste von ZDF, DLF Kultur und DIE ZEIT. Zuletzt ist bei Reclam „Kühle neue Welt. Eine Geschichte der Moderne“ erschienen.

Kursnummer 271-09006
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Veranstalter: vhs SüdOst
Gebühr: kostenfrei
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14.10.26 10:09:51