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Gesellschaft/Politik

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Alltagsrassismus besser verstehen und "Kritisches Weißsein" entwickeln
Mo. 20.04.2026 19:00

Spätestens seit den weltweiten Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung und den rechtsterroristischen Anschlägen in Halle und Hanau ist auch in Deutschland deutlich geworden, dass Rassismus – insbesondere in seinen alltäglichen, subtilen Formen – ein tiefgreifendes gesellschaftliches Problem bleibt. Der aktuelle Rassismus-Monitor 2025 zeigt eindrücklich: Rassismus ist in Deutschland kein Randphänomen. Mehr als die Hälfte der rassistisch markierten Menschen erlebt mindestens einmal im Monat Diskriminierung, und rund jede/r Fünfte stimmt rassistischen Einstellungen zu. Trotz gestiegener Aufmerksamkeit besteht weiterhin großer Aufklärungsbedarf: Viele wissen wenig über die Vielfalt rassistischer Ausgrenzungen – insbesondere über jene Formen, die nicht offen aggressiv, sondern strukturell oder "gut gemeint" auftreten. Alltägliche Erfahrungen von Betroffenen und die damit verbundenen psychischen Belastungen bleiben häufig unsichtbar. Auch darüber, wie rassistische Denkmuster entstehen, warum sie sich hartnäckig halten und welche Rolle die Mehrheitsgesellschaft dabei spielt, herrscht oft nur begrenztes Wissen. Besondere Relevanz gewinnt deshalb die Frage, wie sich Menschen, die in Deutschland als "weiß" positioniert sind, aus der gewohnten Distanz zur Thematik lösen können und welche Kompetenzen und Haltungen dafür notwendig sind. Ein zentraler Ansatz der rassismuskritischen Wissenschaft ist dabei das Konzept des "Kritischen Weißseins", also die bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien, gesellschaftlichen Strukturen und blinden Flecken. Dr. Gregor Sterzenbach, Ethnologe und Wissenschaftler im Bereich Interkulturelle Kommunikation, richtet seinen interaktiven Online-Vortrag gezielt an Angehörige der weißen Mehrheitsgesellschaft. Er beleuchtet erstens die zentralen Dynamiken des Alltagsrassismus: Was versteht man darunter? Wie funktioniert er? Wo tritt er auf? Und warum ist er für Betroffene so belastend? Zweitens stellt er praktische Anregungen vor, wie sich eine Haltung des "Kritischen Weißseins" im Alltag einüben und konstruktiv leben lässt. Der Vortrag wird begleitet von reflektierenden Übungen, kurzen Inputs sowie Austauschphasen. Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1025K-WEB
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Der Bürgerkrieg im Sudan
Mo. 20.04.2026 19:30

Im April 2019 führte ein Militärputsch zum Sturz des sudanesischen Langzeit-Autokraten Omar al-Baschir. Die nach einem Abkommen mit dem Militär anschließend amtierende Übergangsregierung unter Führung des Zivilisten Abdullah Hamduk wurde im Oktober 2021 von General Abdel Fattah al-Burhan gestürzt. Die noch von Al-Baschir gegründeten Rapid Support Forces (RSF) unter Mohammed Hamdan Daglo, die im Wesentlichen von brutalen Reitermilizen der beduinischen Dschandschawid getragen werden, wollten sich nie in die bestehende offizielle sudanesische Armee (SAF) eingliedern lassen, und Mitte April 2023 mündete der Machtkampf zwischen den beiden Armeeführern in einen offenen Bürgerkrieg. Dieser hat die weltweit größte Binnenflüchtlingswelle ausgelöst, und im Darfur im Westen des riesigen Staates findet derzeit durch die RSF ein Genozid an der sesshaften Bevölkerung statt - mit Waffen, die die Vereinigten Arabischen Emirate finanziert haben. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1071K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Frankreich im politischen Stresstest: Wohin steuert die Fünfte Republik?
Di. 21.04.2026 19:30

Frankreich steckt mitten in seiner unruhigsten politischen Phase seit vielen Jahren. Die Regierungsbildung gerät zum Balanceakt, stabile Mehrheiten sind in der Nationalversammlung kaum in Sicht. Präsident Emmanuel Macron ist geschwächt und verliert in zentralen politischen Fragen zunehmend an Handlungsmöglichkeiten. Gleichzeitig spaltet sich die Gesellschaft weiter – zwischen sozialen Sorgen, kulturellen Konflikten, wachsender Unzufriedenheit mit den politischen Eliten und einer explodierenden Staatsverschuldung. Nutznießer dieser Entwicklung sind extreme Parteien, wobei das Rassemblement National seinen Einfluss im Parlament wie in der Öffentlichkeit weiter ausbaut. Inzwischen scheinen sogar vorgezogene Präsidentschaftswahlen möglich. Der Vortrag ordnet die aktuelle Lage ein und zeigt, welche Auswirkungen diese Machtverschiebungen für Frankreich und Europa haben könnten. Dr. Florence Gauzy ist Leiterin der Wissenschaftlichen Koordinierungsstelle der bayerischen Staatsregierung für die Forschungskooperation mit Québec/Alberta/International (WKS) in der Bayerischen Forschungsallianz und Lehrbeauftragte an der LMU. Ihre Forschungsinteressen betreffen u.a. die Deutsch-französische Beziehungen im 20. Jahrhundert und Geschichte der Europäischen Integration sowie die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik in Deutschland und Frankreich nach 1945. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1062K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Die Ära Adenauer
Do. 23.04.2026 19:30

Die 14 Jahre währende Kanzlerschaft Konrad Adenauers prägte die Geschichte der Bundesrepublik in hohem Maße: die Aussöhnung mit dem "Westen", insbesondere mit dem Nachbarn Frankreich, die europäische Einigung, das "Wirtschaftwunder", die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen, das Wiedergutmachungsabkommen mit Israel - diese und andere Errungenschaften bestimmen das Bild des ersten Kanzlers der Bundesrepublik. Daneben gab es allerdings von Anfang an auch Kritik: am Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, an der bereitwilligen Wiederbewaffnung oder am biedermeierlich-spießigen kulturellen Klima der 1950er Jahre. Anlässlich des Adenauer-Jahres 2026 (150. Geburtstag von Konrad Adenauer) soll erneut Bilanz der Ära Adenauer gezogen werden. Dr. Werner Bührer war Professor für Zeitgeschichte an der TU München. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1016K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Jemen - Der vergessene Krieg
Mo. 27.04.2026 19:30

Seit 2011 herrscht im Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel ein Bürgerkrieg mit ausländischer Einmischung, der allerdings zumeist nur dann in den westlichen Medien erscheint, wenn die wichtigste der Konfliktparteien, die sog. Huthi-Rebellen, mit Raketen- und Drohnenangriffen die internationale Schifffahrt im Roten Meer bedroht. Außer dieser schiitischen und vor allem vom Iran unterstützen Gruppierung kämpfen die international anerkannte und von einer Koalition unter Führung Saudi Arabiens unterstütze Exilregierung des Landes sowie verschiedene kleinere Gruppierungen um die Macht, unter ihnen die „Südliche Bewegung“, die die Rückkehr zur Unabhängigkeit des ehemaligen Südjemen anstrebt. Mehrere durch internationale Vermittlung zustande gekommenen Abkommen (2015 in der Schweiz, 2016 in Kuwait und 2018 in Schweden) wurden nie umgesetzt. Dadurch ist noch immer der größte Teil der Bevölkerung, darunter Hunderttausende von Binnenflüchtlingen, auf humanitäre Hilfe angewiesen, die das Land nur schleppend erreicht. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1072K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Psychologie/ Pädagogik Wolfgang Schmidbauer: Feindesliebe
Di. 05.05.2026 19:30
Wolfgang Schmidbauer: Feindesliebe

Eine Zumutung: Liebet eure Feinde! Unmöglich, wird man spontan antworten, und dennoch unerlässlich, wie Wolfgang Schmidbauer ausführt, der in diesem Buch die christliche Vorstellung der Feindesliebe in den Blick nimmt und – ausgehend von einem „Was wäre wenn?“ – Möglichkeiten der Annäherung entwickelt. Als Psychoanalytiker kennt er die Mechanismen und Fallstricke, die bei Streitereien und Auseinandersetzungen greifen. Er zeigt, wie sie eskalieren und zu einer nie enden wollenden Spirale der Gewalt führen können, wenn Rechthaberei die Oberhand gewinnt. Gesetze können Konflikte nur einrahmen, nicht bändigen. Liebe ist die emotionale Waffe gegen den primitiven Racheimpuls. Mit Beispielen aus Literatur- und Kulturgeschichte und persönlichen Erfahrungen in der Erinnerung an seinen im Zweiten Weltkrieg gefallenen Vater belegt er, dass Menschen primär soziale Geschöpfe sind. In jedem von uns sei die Möglichkeit angelegt, auf Rache zu verzichten und mit seinen Mitmenschen über Arbeit und Spiel zu interagieren, so Schmidbauer. Denn Liebe ist beides. Gerade dem Gedanken der Feindesliebe sollte man wieder Raum geben. Der Psychoanalytiker und Autor ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Viele Jahre beantwortete er jede Woche im ZEIT-Magazin eine "große Frage der Liebe". Eine Kooperation mit der Gemeindebibliothek Ismaning. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen „Präsenz“ und „Online“. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1200K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Sie liebt mich, sie liebt mich nicht Liebe zwischen Nähe, Kultur und Zeitgeist
Mi. 13.05.2026 19:30
Liebe zwischen Nähe, Kultur und Zeitgeist

Liebe gilt als eine der stärksten Kräfte menschlichen Lebens – und zugleich als eines der größten Rätsel. Was wir heute unter romantischer Liebe, Freundschaft oder familiärer Verbundenheit verstehen, ist keineswegs selbstverständlich: Vorstellungen von Nähe, Begehren, Partnerschaft und Zugehörigkeit verändern sich historisch, kulturell und technologisch. Der Vortrag lädt dazu ein, Liebe in ihrer ganzen Vielfalt zu erkunden: als emotionales Erleben, als soziale Praxis und als kulturell geprägtes Konzept. Von großen gesellschaftlichen Entwicklungen bis zu alltäglichen Situationen richtet sich der Blick auf Fragen wie: Wie entstehen Nähe und Vertrauen? Wie wirken Freundschaft und familiäre Bindungen auf unser Verständnis von Liebe? Welche Rolle spielen kulturelle Hintergründe, Herkunft, Werte und Zeitgeist? Und was bedeutet es für uns, wenn Beziehungen heute zugleich persönlicher Ausdruck, kulturelles Muster und sozialer Aushandlungsraum sind? Der Ethnologe und Experte für interkulturelle Kommunikation, Dr. Gregor Sterzenbach, nähert sich diesen Fragen mit theoretischen und interdisziplinären Perspektiven und entwickelt eine Zeitdiagnose, die gesellschaftliche Muster sichtbar macht – und zeigt, wie sie bis in die kleinen alltäglichen Praktiken von Liebe, Freundschaft und Verbundenheit hineinwirken. Die Veranstaltung wird nur online angeboten. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1026K-WEB
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Begriffe indischen Denkens: saňsāra, karman und nirvāņa Was bedeuten sie tatsächlich?
Mo. 18.05.2026 19:30
Was bedeuten sie tatsächlich?

Begriffe der indischen Philosophie sind in den westlichen Mainstream eingegangen: Jede/r Nicht-Hindu scheint zu wissen was "karma" bedeutet oder "nirvana". Es handelt sich um alte philosophische und religiöse Konzepte Indiens, die seit etwa 1000 v. Chr. bis heute im Hinduismus wirken. Allerdings werden diese Begriffe und ihre Konzepte im Westen nicht selten missverstanden oder gar umgedeutet und neu interpretiert, unbewusst oder bewusst. Der Vortrag möchte die drei Kernkonzepte der hinduistischen Philosophie aus ihrer Herkunft ableiten und darstellen: Was bedeuten sie im Sanskrit? Was meinen sie? Sind uns die dahinterliegenden Konzepte fremd oder können wir sie verstehen? Dr. Renate Syed ist Indologin und Sanskritistin. Sie beschäftigt sich in Forschung und Lehre auch mit der zeitgenössischen indischen Politik, mit Kultur und Gesellschaft. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1077K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Die verdammt blutige Geschichte der Antike ohne den ganzen langweiligen Kram
Do. 21.05.2026 19:30
ohne den ganzen langweiligen Kram

1200 Jahre Antike – eine goldene Zeit voller Weisheit, Schönheit, Tugend? Fehlanzeige! Stattdessen munteres Morden der Griechen und Römer vom Olymp bis zum Forum. Mit diesem herrlich respektlosen Buch führen uns Michael Sommer und Stefan von der Lahr raus aus der historischen Komfortzone und rein in eine Geschichte von Menschen, denen Sie besser nicht im Dunkeln begegnen... Wer heute staunend vor der Akropolis in Athen oder den betörenden Fresken von Pompeji steht, übersieht leicht die breite Blutspur, die Griechen und Römer durch die Geschichte gezogen haben. Zwar grüßen aus der Vergangenheit klangvolle Namen wie Achill oder Romulus, Perikles oder Alexander, Caesar oder Augustus. Doch das Geschäft dieser und vieler anderer Herren war nicht zuletzt das Morden im Großen und im Kleinen: im Krieg und an politischen Gegnern, ja sogar an Freunden, wenn sie sich gar zu eigensinnig verhielten. Aber, aber... hat man damals nicht die Demokratie erfunden und eine Republik gegründet? Wer glaubt, dass Demokraten und Republikaner keine blutigen Eroberer sein konnten und davor haltmachten, den Freiheitsdrang von Zehntausenden gewaltsam zu unterdrücken, der irrt. Höchste Zeit für eine andere Geschichte der Antike! Von der Eroberung Trojas bis zum Fall Roms: Stefan von der Lahr erzählt uns die ganze verdammte Wahrheit, faktentreu, farbecht und ohne Tabus. Stefan von der Lahr hat von 1992 bis 2024 als Lektor das altertumswissenschaftliche Programm von C.H.Beck verantwortet. Daneben hat er drei historische Krimis veröffentlicht: "Das Grab der Jungfrau" (3. Auflg. 2023), "Hochamt in Neapel" (3. Auflg. 2019, Taschenbuch 2022) und "Dämonen im Vatikan" (2023). Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung. Eine Kooperation mit der Gemeindebibliothek Ismaning.

Kursnummer D1006K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
„India first“ und die „strategische Autonomie" Die Prinzipien der indischen Außenpolitik
Mo. 08.06.2026 19:30
Die Prinzipien der indischen Außenpolitik

Einst war Indien blockfrei, heute ist es Mitglied mächtiger Allianzen. Sind BRICS und die Shanghai Cooperation Organisation (SCO), in der sich Indien, China, Russland, der Iran und viele andere Staaten zusammengeschlossen haben, "antiwestliche" Bündnisse? Wer hat sich da zusammengetan? Zu welchem Zweck? Entsteht hier eine Bedrohung für den Westen? Dr. Renate Syed ist Indologin und Sanskritistin. Sie beschäftigt sich in Forschung und Lehre auch mit der zeitgenössischen indischen Politik, mit Kultur und Gesellschaft. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1076K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Europa unter Druck: Russland, die NATO und die neue Kriegsgefahr Prof. Dr. Ulrich M. Schmid
Mo. 08.06.2026 19:30
Prof. Dr. Ulrich M. Schmid

Die Beziehungen der NATO zu Russland standen von Anfang an unter keinem guten Stern. Der erste Generalsekretär der NATO, Hastings Ismay, brachte die Aufgabe der transatlantischen Militärallianz in den 1950er Jahren auf die kurze Formel: „to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“. Umgekehrt stellte der sowjetische Außenminister Molotov 1954 ein Beitrittsgesuch, um - wie wir heute aus Archivquellen wissen - die NATO zu schwächen.  Der Vortrag zeichnet die wechselvolle Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und der NATO seit dem Ende des Kalten Krieges nach. Nach einer Phase der Annäherung Anfang der 1990er Jahre folgten rasch Misstrauen, Entfremdung und schließlich offene Gegnerschaft. Im Zentrum steht die Frage, wie die NATO-Osterweiterung verlief und ob der Westen dabei – wie von Russland behauptet – Abmachungen verletzt habe. Der Vortrag diskutiert auch die zentrifugalen Kräfte innerhalb der NATO und zeigt, wie sich - trotz dem Beitritt von Schweden und Finnland als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine - die Hoffnungen auf ein gemeinsames europäisches Sicherheitsmodell schrittweise zerschlugen und wie dies zur spürbaren Erhöhung der Bedrohungswahrnehmung und einer wachsenden Kriegsgefahr in Europa beiträgt. Welche geopolitischen Konsequenzen hat diese Entwicklung? Wie wirkt sie sich auf die bisher unklaren Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine aus? Ulrich M. Schmid ist Professor für Osteuropastudien an der Universität St. Gallen. In Kooperation mit der Gemeindebibliothek Ismaning. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1067K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
"Wir haben keine Stimmen gekauft" - Eine (kleine) Skandalgeschichte der Fußball-Weltmeisterschaften
Di. 09.06.2026 19:30

Am 2. Dezember 2010 verkündete die FIFA, welches Land den Zuschlag für die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2018 erhalten würde - eine Entscheidung, die von der internationalen Sportöffentlichkeit mit großer Spannung erwartet wurde, hatten sich mit England und Spanien-Portugal doch gewissermaßen auch "Mutterländer" des Fußballs beworben. Nicht zuletzt deshalb war die Enttäuschung unter den Anhängern der Sportart gewaltig, als letztlich Russland den Zuschlag bekam. Dem nicht genug, gab die FIFA am gleichen Tag bekannt, dass sich für das Turnier 2022 der Wüsten-Kleinstaat Katar u.a. gegen die USA und gegen Australien durchgesetzt hatte. Der eigentliche Skandal der Turnier-Vergabe von 2010 kam jedoch erst zehn Jahre später ans Licht, als öffentlich wurde, dass sowohl im Falle Russlands als auch Katars Stimmen von FIFA-Funktionären gekauft worden waren. Verwunderung freilich konnten die Enthüllungen zu diesem Zeitpunkt kaum mehr auslösen, insbesondere nicht in Deutschland, dessen Fußball-Verband selbst schon geraume Zeit der Bestechung im Zusammenhang mit der WM 2006 beschuldigt wurde. Neben dem Aspekt der Korruption werden die Folgen "gekaufter" Weltmeisterschaften im Zentrum des Vortrages stehen - von der Vergabe eines Turniers an Diktaturen bis hin zu massiven Menschenrechtsverletzungen aufgrund katastrophaler Arbeitsbedingungen beim Bau von Stadien. Selbstverständlich diskutiert der Vortrag auch die Bedingungen des aktuellen Turniers 2026: Die enorme geografische Ausdehnung des Turniers mit Spielen in drei Ländern führt zu beispiellosen Reiseanforderungen für Teams und Fans. Experten erwarten einen neuen Negativrekord für die Klimabelastung durch die vielen Flüge. Ebenso kritisch soll die Aufblähung des Turniers auf 48 Mannschaften als "Wachstumsrausch der Fifa" hinterfragt werden. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1034K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Eine kurze Kulturgeschichte des Alterns und Alters in Europa
Mo. 15.06.2026 19:30

Auch das Alter und die Wahrnehmung alter Menschen war und ist kulturell geschaffenen Konzepten und Wandlungen unterlegen. Noch nie war es so leicht, alt zu werden und zu sein wie heute: Wir werden immer älter und können mittels Wissen, Medizin, Altersversorgung und körperlicher wie geistiger Aktivität länger gesund und vielleicht auch munter leben. Wie alt wurden die Menschen früher? Welche Konzepte des Alterns und Altseins gab es in Europa? Wie ist man mit alten Menschen umgegangen? Wie haben sie gelebt? Dr. Renate Syed ist Indologin und Sanskritistin. Sie beschäftigt sich in Forschung und Lehre auch mit der zeitgenössischen indischen Politik, mit Kultur und Gesellschaft. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1052K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Der große Profit - Trump first
Di. 16.06.2026 19:30

Der große Deal-Maker in den USA hatte Wohlstand, Jobs und Investitionen versprochen. In Wirklichkeit geht es den meisten Amerikanern schlechter seit der erratischen Wirtschaftspolitik von Trump. Enorme Preissteigerungen belasten die Haushalte. Die Obdachlosigkeit hat neue Höchststände erreicht, fast eine Million Amerikaner:innen leben auf der Straße. Auf der anderen Seite bereichert sich die Trump-Familie schamlos seit dem erneuten Zugriff auf den amerikanischen Staat. Mehr als drei Milliarden Dollar soll der Clan kassiert haben. Ethische Bedenken bei Interessenskonflikten, Compliance-Regeln - irrelevant. Und mit ihm bereichern sich die Superreichen, die Tech-Milliardäre, die großen Player der Finanzmärkte. Heike Buchter analysiert in ihrem Vortrag die soziale und wirtschaftliche Schieflage des Landes und die Profit-Maschine des Trump-First-Prinzips. Heike Buchter ist Journalistin und Autorin mit Fokus auf Wirtschaft und Finanzen. Nach dem Abitur an der Deutschen Schule in Barcelona studierte sie in Madrid und Reutlingen Betriebswirtschaft. Seit 2001 berichtet sie von der Wall Street, 2008 wurde sie Wirtschaftskorrespondentin der ZEIT in den USA. 2015 erschien ihr Buch: "BlackRock: Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld" im Campus Verlag. In ihrem "Ölbeben" hat sie die Folgen des US-Fracking-Booms und Deutschlands gescheiterte Energiewende untersucht. "Wer wird Milliardär" ist ihr aktuelles Buch. Eine Kooperation mit der Gemeindebibliothek Ismaning. Die Veranstaltung wird nur online angeboten. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1063K-WEB
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Der Krieg in Russland
Di. 30.06.2026 19:30

Woher kommt die ungeheure Brutalität, mit der die russischen Soldaten in der Ukraine morden, plündern und vergewaltigen? Warum wehren sich so wenige Russen gegen den Krieg? Das waren die Fragen, denen Julian Hans, der langjährige Moskau-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, in seinem Buch "Kinder der Gewalt - ein Portrait Russlands" nachgegangen war. Sein aktueller Vortrag diskutiert die gegenwärtige Situation in Russland: Wie vital ist die russische Zivilgesellschaft noch? Julian Hans stellt fest: "Spätestens seit der Vollinvasion der Ukraine findet ein zweiter Krieg statt – und zwar in Russland selbst". Wie gelingt es Putin, trotz der vielen getöteten und verletzten russischen Soldaten noch immer ausreichend Legitimation für den Krieg und das politische System an sich zu erhalten. Wie rekrutiert das russische Militär seine Soldaten und wie genau funktioniert der Militärapparat trotz der erwiesenen Ineffizienz dieser Institution? Wie erfolgreich ist das System bei der frühen Indoktrination von Kinder und Jugendlichen und welche Konsequenzen hat das für die russische Gesellschaft? Wer sind die Menschen, die das System Putin tragen? Wie haben sie ihre Rolle gefunden? Woran glauben sie? Was treibt sie an? Julian Hans war viele Jahre Moskau-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und arbeitet heute als freier Journalist und Autor in München. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1068K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
250 Jahre Unabhängigkeitserklärung Was ist noch great an Amerika?
Do. 02.07.2026 19:30
Was ist noch great an Amerika?

Es fällt schwer mit dem Blick auf die aktuelle Politik in den USA und ihren irrlichternden Präsidenten noch allzu viel Gutes in und an der ältesten existierenden Demokratie der Welt zu entdecken. Dieser Vortrag möchte den dystopischen Gegenwartsanalysen widerstehen und sich auf die Aspekte von Geschichte, Gesellschaft, Kultur und Politik konzentrieren, in denen die USA noch wirklich "great" sind - und hoffentlich bleiben werden. Unmittelbar vor den Feierlichkeiten zu 250 Jahren Gründung der USA ist das vielleicht eine ermutigende Perspektive angesichts der real existierenden MAGA-Welt. Michael Hochgeschwender ist Professor für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie im Amerika-Institut der LMU München. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1064K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Großbritannien nach zwei Jahren Labour – eine Bilanz
Mo. 06.07.2026 19:30

Am 4. Juli 2024 erlangte nach 14-jähriger Regierung der konservativen Tories erstmals wieder Labour die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus. Ein Aufatmen ging durch das Vereinigte Königreich, schien doch nun nach langjähriger Misswirtschaft, nach Brexit und neoliberalen Experimenten, gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein erneut in 10 Downing Street eingezogen zu sein. Gleichwohl enttäuschte Keir Starmer, der neue Hausherr, binnen kürzester Zeit sämtliche in ihn gesetzte Hoffnungen: Eine von vielen Briten erhoffte Wiederannäherung an die EU blieb auf halbem Wege stecken, während – um den Haushalt zu sanieren – erneut bei den Sozialausgaben gespart wurde. Die Folge: in den ersten Stimmungstests nach dem Wahlerfolg von Labour, feierte die nationalistische und rechtspopulistische Partei Reform UK einen Erdrutschsieg. Großbritannien, knapp zwei Jahre nach dem Sieg Starmers – Zeit, Bilanz zu ziehen. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1061K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Libyen - Failing State in Nordafrika
Do. 09.07.2026 19:30

Nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Ghaddafi im Jahre 2011 zeichnete sich in Libyen anfänglich eine positive Entwicklung ab. Doch da vor allem islamistische Gruppierungen die für sie schlechten Ergebnisse der freien Wahlen nicht anerkennen wollten, wurde ein Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen, als dessen Folge das nordafrikanische Land heute völlig destabilisiert und in zahlreiche Stammesgebiete und Interessensgebiete zerfallen ist. Mehrere „Regierungen“ mit unterschiedlich großem Einfluss und unterschiedlicher Unterstützung durch andere Länder erheben den Anspruch auf die Alleinvertretung des libyschen Staates, der vor allem durch seine reichen Erdölvorkommen Bedeutung besitzt. Ein zentraler Akteur ist der auch von Russland unterstützte General Khalifa Haftar, der seinen Einfluss kontinuierlich vergrößert und aktuell auch mit den berüchtigten sudanesischen Rebellen der RSF paktiert. Für Westeuropa wären stabile Verhältnisse in Libyen auch deswegen wünschenswert, weil von dessen Mittelmeerküste aus die meisten Bootsflüchtlinge nach Europa aufbrechen. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen "Präsenz" und "Online". Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1073K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
Jürgen Resch: Druck machen! Wie Politik und Wirtschaft wissentlich Umwelt und Klima schädigen – und was wir wirksam dagegen tun ...
Mi. 15.07.2026 19:30
Wie Politik und Wirtschaft wissentlich Umwelt und Klima schädigen – und was wir wirksam dagegen tun ...

Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben derzeit einen schweren Stand, das haben nicht zuletzt die schwachen Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Brasilien gezeigt. Keine neue Erfahrung für Jürgen Resch. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe ist einer der bekanntesten und wirkungsvollsten Umweltaktivisten unserer Zeit. Doch seit Jahrzehnten macht er immer wieder die bittere Erfahrung: Der Staat kapituliert vor den Interessen großer Konzerne. Wider besseres Wissen bleiben Umwelt und Klima auf der Strecke. Wenn sich daran etwas ändern soll, müssen wir Druck machen, sagt Resch deshalb. Mit der Deutschen Umwelthilfe zwingt Resch Politik und Unternehmen zum Handeln: mit zielgerichteten Kampagnen, mit investigativer Recherche und kreativen Aktionen – und mit Klagen vor Gericht. Dass dies äußerst wirkungsvoll und erfolgreich ist, zeigen die Erfolge: die Durchsetzung des Dosenpfands, die Aufdeckung des Dieselskandals, Dieselfahrverbote für saubere Luft und die Einrichtung von Umweltzonen. Schließlich das erstrittene Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Bundesregierung zwingt, ihr Klimaschutzgesetz nachzubessern: für das Recht von Kindern und Jugendlichen auf eine lebenswerte Zukunft. Anhand schier unglaublicher Fälle aus mehr als vier Jahrzehnten seines Lebens als Umweltschützer hat Jürgen Resch gezeigt, wie Wirtschaft, Politik und Verwaltung Klima- und Umweltschutz zunehmend ausbremsen – und warum wir nicht darauf hoffen können, dass es von selbst besser wird. Was also können wir tun, damit sich hier die Prioritäten wieder verschieben? Jürgen Resch ist seit 1988 Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). In den 80er-Jahren identifizierte er das Pestizid Endrin als Ursache für ein Vogel-Massensterben am Bodensee und erwirkte dessen bundesweites Verbot. Parallel zum Studium baute er die Kampagnenabteilung des BUND auf und kam 1986 als Assistent des damaligen Bundesvorsitzenden Helmut Ruland zur DUH. Zu Reschs wichtigsten Erfolgen zählen die Durchsetzung schwefelfreier Kraftstoffe und des Dieselpartikelfilters sowie der Erhalt des weltweit größten Mehrwegsystems im Getränkebereich durch das Dosenpfand. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er an der Aufdeckung des Betrugs bei Klimagas- und Schadstoffemissionen sowie eines von ihm mit überführten kriminellen Kartells deutscher Automobilkonzerne, das den Dieselabgasskandal zu verantworten hat. 2022 wurde Jürgen Resch für seine langjährigen Verdienste für die saubere Luft und den Klimaschutz vom California Air Resources Board (CARB) mit dem Haagen-Smit Clean Air Award ausgezeichnet, der als "Nobelpreis für Luftreinhaltung" gilt. Eine Kooperation mit der Gemeindebibliothek Ismaning. Der Vortrag wird zeitgleich als Live-Stream angeboten. Wählen Sie bei der Anmeldung zwischen „Präsenz“ und „Online“. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursnummer D1049K-H
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Veranstalter: vhs München Nord
Gebühr: 8,00
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